Startseite ZKM-Kosmos laden ZKM-Kosmos schließen ZKM-Kosmos öffnen Suche Menü Sprachen

Suchformular

Auf dem Rücken eines Elefanten eine Sänfte mit drei Personen

GLOBALE: Allahs Automaten

Artefakte der arabisch-islamischen Renaissance (800–1200)

31.10.2015 – 04.09.2016, ZKM_Lichthof 8+9

Beschreibung

Die erste Renaissance fand nicht in Europa, sondern in Mesopotamien statt: Die arabisch-islamische Kultur wirkte – medienarchäologisch betrachtet – als Vermittlerin zwischen den Antiken vor unserer Zeit und der Frühen Neuzeit in Europa. Als Teil der Ausstellung »Exo-Evolution« erkundet »Allahs Automaten« anhand herausragender Beispiele die reiche und faszinierende Welt der Automaten, die im »l’age d’or« der arabisch-islamischen Kulturen zwischen dem frühen 9. und dem 13. Jahrhundert entwickelt und gebaut wurden.

Die Maschinen zur Lobpreisung Gottes des Allmächtigen stehen vor allem in griechisch-alexandrinischer und byzantinischer Tradition. Sie haben spektakuläre Neuerungen hervorgebracht, die in Europa erst in der Moderne aufkamen: permanente Energiezufuhr, Universalismus und Programmierbarkeit. Zum ersten Mal werden vier der Meistermanuskripte des Automatenbaus aus Bagdad, dem nördlichen Mesopotamien und Andalusien zusammen ausgestellt: das »al-Jāmic bayn al-cilm wa-’l-camal an-nāfic fī ṣinācat al-ḥiyal« (Kompendium zur Theorie und Praxis der mechanischen Künste) von Ibn al-Razzāz al-Jazarī von 1206 n. Chr, das »Kitāb al-asrār fī natāʾij al-afkār« (Buch der Geheimnisse als Resultat von Ideen) des andalusischen Ingenieurs Aḥmad ibn Khalaf al-Murādī aus dem 12. Jh., das »Kitāb al-ḥiyal« (Buch der sinnreichen Einrichtungen, ca. 830 u. Zt.) von den Brüdern Banū Mūsā ibn Shākir sowie die Schrift »al-Āla allatī tuzammir bi-nafsihā« (Das Instrument, das von selbst spielt) von 850 u. Zt., ein Meisterstück unter den modernen programmierbaren Musikautomaten.

Darüber hinaus zeigt die von Siegfried Zielinski kuratierte Ausstellung Rekonstruktionen und Simulationen legendärer Artefakte: unter anderem das Meisterstück der audiovisuellen Automaten al-Jazarīs, die sog. Elefantenuhr – ein spektakuläres Objekt zum Hören und Schauen von Zeit; und den programmierbaren Musikautomaten der Banū Mūsā als Animation und mechatronisches Funktionsmodell.

Impressum
Ausstellungsteam

Ayhan Aytes und George Saliba
​Ausstellungsarchitektur: Stadelmann Schmutz Wössner, Berlin / London

Organisation / Institution
ZKM | Karlsruhe
Kooperationspartner
  • Biblioteca Apostolica Vaticana
  • Biblioteca Medicea Laurenziana, Florenz
  • Bibliothek des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)
  • Handschriftenabteilung der Bibliotheca Apostolica Vaticana, Rom
  • Humboldt-Universität zu Berlin, Universitätsbibliothek
  • 1001 Inventions Limited, London
  • Konya Science Center, Bursa
  • Leonardo3, Mailand
  • Library of Congress, Washington, D.C.
  • Staatsbibliothek zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha
  • Technische Universität Berlin, Universitätsbibliothek
  • The British Library London
  • Topkapı Sarayı Library, Istanbul
  • Ulrich Alertz
  • Universitätsbibliothek Heidelberg
  • Universiteitsbibliotheek Leiden
  • Universitätsbibliothek Tübingen
  • Cover des Buchs »Allah's Automata«
    • Siegfried Zielinski und Peter Weibel (Hg.)
    • Allah's Automata
    • Hatje Cantz, Ostfildern, 2015
    • Ausstellungskatalog
    • Sprache: Englisch
    • Die erste Renaissance fand nicht in Europa, sondern in Mesopotamien statt. Medienarchäologisch betrachtet wirkte die arabisch-islamische Wissenskultur und Ingenieurskunst wie ein Interface zwischen den Antiken und der Frühen Neuzeit in Europa. In...

Logo ZKM | Kosmos schließen