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Schwarzweißaufnahme der Installation 3D WATERMATRIX, die Wasser formgebend von der Decke zum Boden fallen lässt. Eine Person betrachtet die Installation.

Digitale Wasserspiele

21.07.2016 – 24.09.2016, Karlsruher Innenstadt, ZKM | Zentrum für Kunst und Medien

Beschreibung

Während der heißen Sommermonate verwandeln Brunnenanlagen und Wasserfontänen Jahr für Jahr das Bild von Städten. In diesem Jahr werden in Karlsruhe im Rahmen der Digitalen Wasserspiele gleich zwei solcher Kunsterlebnisräume geschaffen: »RainDance« und die »3D WATERMATRIX« vereinen unterschiedliche kreative Ansätze mit moderner Technologie. Zusammen lassen sie eine lebendige Wasserspielszene für die moderne Stadt entstehen, in der sich Rekreation, Staunen über das Wassermögliche und das Vergnügen am eigenen Erleben verdichten.

Darüber hinaus zeigt das ZKM | Karlsruhe im Rahmen der Wasserspiele, die interaktive Installation »Liquid Views – der virtuelle Spiegel des Narziss« aus dem Jahre 1992, in der die verformenden Spiegeleffekte der Wasseroberfläche mittels Videoaufzeichnung und digitaler Verzerrungseffekte simuliert werden. 

RainDance | Marktplatz Karlsruhe bis 24. September 

Öffnungszeiten:
Täglich 12:00–14:00 Uhr und 18:00–20:00
Uhr
Hinweis: Am 17. September ist RainDance zwischen 10:00 Uhr und 20:00 Uhr durchgehend geöffnet

»RainDance« ist eine interaktive Klanginstallation des amerikanischen Künstlers Paul DeMarinis, in der Wasser als Überträger von Klangvibrationen erlebbar wird. Aus mehreren an einem Gerüst befestigten und per Computer gesteuerten patentierten Modulationsdüsen regnen Sprühstrahlen als Wassertropfen herab. Die Installation ist auf dem Karlsruher Marktplatz bis 24. September zu erleben.

Die 3D WATERMATRIX | ZKM_Foyer bis 4. September 

Die 3D WATERMATRIX ist an geöffneten Tagen (Mi-So) bis 18:30 Uhr zu sehen. Bitte beachten Sie unsere Besucherinformation.

Die monumentale »3D WATERMATRIX« im ZKM_Foyer zeigt »Wasserarbeiten« von Shiro Takatani (Japan) und Christian Partos (Schweden). Sie steht für den Beginn einer neuen Generation an digitaler Wassertechnologie. Beim Eintreten in den Black Cube der Installation entfaltet sich vor den Augen der Besucher eine theatrale Atmosphäre: Begleitet von mechanischen Geräuschen erscheinen in der Mitte des dunklen Raums Figurationen und Muster wie von Geisterhand in die Luft gezeichnet für einen Moment auf, ehe sie ihre Form auflösen und auf überraschende Weise in neue Formen übergehen. Die »3D WATERMATRIX« wird im ZKM_Foyer wird bis zum 4. September zu sehen sein.

Liquid Views – der virtuelle Spiegel des Narziss | ZKM_Foyer bis 4. September

Liquid Views ist an geöffneten Tagen (Mi-So) bis 18:30 Uhr zu sehen. Bitte beachten Sie unsere Besucherinformation.

Die interaktive Installation Liquid Views, von Monika Fleischmann & Wolfgang Strauss, erforscht das künstlerische Potential des digitalen Videobildes mit Hilfe eines sensorischen Interfaces. Ein mit einem Touchscreen ausgestatteter Monitor zeigt die Simulation einer Wasseroberfläche. Wellenbewegungen werden algorithmisch erzeugt, an die Bewegungen gekoppelt erklingen leise Wassergeräusche. Wird der Betrachter durch die realistische Wiedergabe der Flüssigkeit dazu verleitet, die Oberfläche zu berühren, so zerfließt sein Bild wie im wirklichen Wasser. Durch Echtzeit-Morphing erzeugte Wellen verändern das Spiegelbild. 

Wasserspiele und neue Medien

Die Geschichte der Brunnenarchitektur reicht von einfachen Schöpfbrunnen über mittelalterliche allegorische Wasserspeier und technisch aufwändige Wasserinszenierungen in Renaissance und Barock (z.B. die Wasseranlage mit Wassertheater und Kaskade im Bergpark Kassel-Wilhelmshöhe) bis zu den Thermalbrunnen der Heilbäderkultur des 19. Jahrhunderts. Zahlreiche Gemälde, Ansichtskarten, private Fotografien und Filme belegen, welche magnetische Anziehungskraft Wasserspiele für Menschen jeden Alters haben. Man denke nur an die Jungbrunnen von Hans Sebald Beham oder Lucas Cranach, die Brunnenanlage von Versailles oder den Trevi-Brunnen in Rom, der als Kulisse der Schlüsselszene in La dolce vita (1960) einem Lebensgefühl Ausdruck verlieh. Die digitale Technologie erlaubt heute einen erweiterten künstlerischen Umgang mit Wasser. Mithilfe des Computers lässt sich jeder Wassertropfen kontrollieren und zu Bildern oder Tönen umwandeln. Dabei werden programmierte Wassertropfen zu Pixeln, Brunnen zu realen 3D-Filmen und Wasserspiele zu einer neuen Kunstform: Ephemere Wasserfilme, Wassertexte, Wassermusik, Wassergemälde, begehbare und interaktive Wasserskulpturen oder Wasserarchitekturen erzeugen neuartige Erlebnisformen.

In der aktuellen digitalen Kultur fasziniert Wasser mehr denn je als ästhetisches Material und Medium: Raumgreifend wie oberflächenbildend und zugleich mikroskopisch tröpfchenfein viskos und schillernd ist es vielfach symbolisch kodiert. Seine Zeichenhaftigkeit für Re-Kreation, Bewegung, Veränderbarkeit und Reinigung wird seit Jahrhunderten in der Kunst zum Ausdruck gebracht. Der technisch-innovative Umgang mit dem Wasser wiederum durchzieht die Kulturgeschichte als Fortschrittsgeschichte von den Aquädukten der römischen Kultur bis zu den wassersparenden Neuerungen im Sanitärbereich. In diesem Sommer möchte der künstlerische Leiter der Digitalen Wasserspiele, Peter Weibel, nach dem großen Erfolg der Aktion »Die Stadt ist der Star 2015 – Baustellenkunst in Karlsruhe« erneut Kunst für alle kostenfrei öffentlich zugänglich machen. Am Beispiel von zwei temporären technisch wie künstlerisch avancierten begehbaren Wasser-Installationen können Karlsruher Bürger und Besucher der Stadt Einblicke in die Möglichkeiten internationaler Wasserkunst gewinnen. Seine kuratorische Idee, die in Kooperation mit dem Marketingrat der Stadt Karlsruhe realisiert wird, verbindet neue Tendenzen der digitalen Kunst mit der lebendigen urbanen Wasserkultur der Stadt: Karlsruhe verfügt nicht nur über 204 Brunnen, wovon 46 frisches Trinkwasser bieten, sondern besitzt ein Wasser- und Brunnenmuseum, das sich der Kulturgeschichte von Brunnen widmet. Ebenso hat der Verein der Europäischen Brunnengesellschaft seinen Sitz in Karlsruhe, deren Mitglieder sich für den Erhalt von Brunnen in der Stadt engagieren.

3D WATER MATRIX

  • ST\LL – Shiro Takatani (J)
  • The Sorcerer's Apprentice – Christian Partos (SE)
  • Original idea: Shiro Takatani, Richard Castelli
  • Concept: Richard Castelli
  • Project Director: Juan Carretero
  • Technical Manager: Francis Carretero (Lumiartechnia)
  • 3D Water Matrix software developers: Joan Chaumont & Pierre Laborde
  • ST\LL software developer: Ken Furudate
  • Light Consultant: Ulf Langheinrich
  • Production: Epidemic
  • Commissioned by Cité des sciences et de l'industrie, Paris
Impressum
Ausstellungsteam

Martin Mangold (technische Leitung)

Organisation / Institution
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Kooperationspartner
Sponsoren
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