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More Sweetly Play the Dance von William Kentridge.

William Kentridge: »More Sweetly Play the Dance«

09.09.2016 – 08.01.2017, ZKM_Kubus

Beschreibung

Täglich mit Einbruch der Dunkelheit bis Mitternacht

Die großformatige Panoramaprojektion »More Sweetly Play the Dance« des südafrikanischen Künstlers William Kentridge zeigt eine Prozession schattenhafter Figuren, begleitet von den Klängen einer Brass-Band. Tanzende Skelette erinnern an einen mittelalterlichen Totentanz. Arbeiter, die Fahnen schwingen und Transparente tragen, wecken Assoziationen einer politischen Demonstration. Musiker und tanzende Geistliche lassen an religiöse Prozessionen denken. Nicht zuletzt gleicht der Zug von Menschen, die unter der Last ihres Gepäcks und ihres Hausrats schier zusammenbrechen und einer ungewissen Zukunft und allzu oft auch dem Tod entgegen marschieren, auch den Bildern von Flüchtlingen, die uns täglich begegnen.

Das Motiv der Prozession wird so zu einem allgemeinen Symbol für Bewegung, den Lauf der Geschichte, politische Veränderung sowie die weltweiten Flüchtlingsströme. Dieses Motiv spielt in Kentridges Oeuvre eine zentrale Rolle. Es taucht erstmals 1989/90 auf, zu einer Zeit, in der sich das Apartheid-System in Südafrika aufzulösen begann. Die politische Transformation wurde von Massendemonstrationen begleitet, an denen auch Kentridge teilnahm. Der Titel »More Sweetly Play the Dance« ist eine Anspielung auf Paul Celans berühmte Todesfuge und der Eingangssentenz: »Spiel süßer den Tod - der Tod ist ein Meister aus Deutschland«. Doch zeigt Kentridge keinen bloßen Tanz der Toten, sondern Schatten, wie sie an Platons Höhle vorbeiziehen. 

William Kentridge, der 1955 geboren wurde und dessen Eltern sich für die Aufhebung der Apartheid einsetzten, möchte in Mitten der Kunst für Gerechtigkeit kämpfen, was in seinem Schaffen ganz deutlich wird. Die Präsentation des Werkes im öffentlichen Raum, auf dem »Platz der Menschenrechte«, fügt ihm eine weitere wichtige Bedeutungsebene hinzu. 

Die Projektion ist monumentale 22 Meter lang und sechs Meter hoch. Neben der Überlagerung der Medien Zeichnung, Schattentheater, Performance, Tanz, Musik, Film und Projektion setzt William Kentridge in »More Sweetly Play the Dance« erstmals in seinem künstlerischen Schaffen auch Computeranimationen ein.

Die Arbeit entstand auf Einladung von Peter Weibel und mit Unterstützung der lichtsicht 5–Projektions-Biennale in Bad Rothenfelde und des EYE Filmmuseums, Amsterdam

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