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Besucher in der Ausstellung »Frei Otto. Denken in Modellen«

Frei Otto. Denken in Modellen

Sa, 05.11.2016 – So, 12.03.2017, ZKM_Lichthof 8+9
Kosten: Museumseintritt

Beschreibung

 

Ziel der Ausstellung ist es, der Öffentlichkeit neue Sichtweisen auf das Werk von Frei Otto zu vermitteln und neue Fragestellungen zur Zukunft der gebauten Umwelt zwischen Architektur, Technologie, Nachhaltigkeit und Gesellschaft zu entwickeln. Die Eröffnung der Ausstellung findet am Freitag, den 4. November 2016 statt.

Frei Otto (1925-2015) zählt zu den international renommiertesten und innovativsten deutschen Architekten des 20. Jahrhunderts und ist eine zentrale Figur für die Baukultur des Landes Baden-Württemberg. Im März letzten Jahres bekam er für sein Werk den Nobelpreis der Architektur, den sogenannten Prizker-Preis verliehen – die weltweit höchste Auszeichnung für Architektur. Anlässlich dieser Ehrung planen das Südwestdeutsche Archiv für Architektur und Ingenieurbau (saai) und die Wüstenrot Stiftung in Kooperation mit dem ZKM die bisher größte Ausstellung zum Oeuvre von Frei Otto.

Gezeigt werden sowohl bekannte, als auch völlig unbekannte Projekte. Das Material umfasst insgesamt über 200 Modelle, Objekte, Werkzeuge und Instrumente, über 1.000 Fotos, Zeichnungen, Skizzen, Pläne und Filme sowie mehrere medientechnische Großprojektionen. Dabei setzt sich die Ausstellung aus vier zentralen Positionen zusammen, die sich szenographisch durch die beiden Lichthöfe erstrecken und die BesucherInnen durch das umfangreiche Archivmaterial, das das »Südwestdeutsche Archiv für Architektur und Ingenieurbau« (saai) eigens für diese Ausstellung aufbereitet hat, führen:

Frei Ottos Modelllandschaft

Sämtliche Modelle werden in ihrer Maßstäblichkeit geordnet, inhaltlich und historisch in Beziehung gesetzt und auf einer ca. 50 Meter langen Tischkonstruktion präsentiert. Weiterführende Pläne und Bilder zum historischen bzw. zum technischen und konstruktiven Kontext einzelner Modelle und Projekte werden anhand von Originalplänen sowie kleinen Bildschirmen ergänzt. Auf diese Weise wird der forschende Charakter und die ästhetische Kontinuität im Denken von Frei Otto sichtbar. Die BesucherInnen haben den Eindruck, sie begäben sich durch eine »horizontale Wunderkammer«.

Frei Ottos offenes Archiv

Ein zentraler Bestandteil der Ausstellung ist das »offene Archiv«. Es besteht aus 18 überdimensionalen Archivregalen, die ringförmig um die beiden Höfe aufgebaut sind und der Ausstellung damit szenographisch Halt geben. Anhand von ausgewählten Originalplänen, Fotos, Büchern und Reproduktionen werden die BesucherInnen durch die wichtigsten biographischen Stationen von Frei Otto geführt — der Entwicklungsstätte für Leichtbau in Berlin, dem weltbekannten Institut für leichte Flächentragwerke in Stuttgart und seinem Atelier in Warmbronn bis zu wegweisenden Projekten wie dem Deutschen Pavillon für die Expo 67, der Multihalle Mannheim oder den ersten Studien zu Stuttgart 21. Die ringförmig abgeordneten Archivregale fungieren als ein frei zugängliches Schaulager und Ort des Wissens zwischen Präsentieren und Aufbewahren.

Frei Ottos Kosmos

Zeit seines Lebens sammelte und ordnete Frei Otto Bilder von Strukturen der Natur. Sie dienten ihm sowohl der Inspiration und freien Assoziation, als auch als konkreter Untersuchungsgegenstand gleichermaßen. Zentral hierbei ist, dass Frei Otto die Modellhaftigkeit der Natur erkannte und versuchte, diese für die Architektur und den Ingenieurbau nutzbar zu machen. An 18 Tischen — die den Arbeitstischen in Frei Otto in Warmbronn nachempfunden sind — können die BesucherInnen großformatige Bilder von Naturstudien, Spinnennetzen, Sandstrukturen oder Seifenblasen studieren. Es eröffnet sich Ihnen eine komplexe Bilderwelt, die Einblick in den poetischen und zugleich wissenschaftlichen Kosmos von Frei Ottos Gedankenwelt eröffnet.

Frei Ottos Projektion

Das innovative Potential von Frei Otto beruht in der radikalen Interdisziplinarität seines Denkens zwischen Architektur, Technik, Wissenschaft und Gesellschaft. Die Bild- und die medientechnische Dimension spielen hierbei eine große Rolle. In einer über 25 m großen Projektion wird dieses Denken in seiner Ästhetik und medialen Bildkraft vermitteln.

 

»Frei Otto fehlt. Und man kann nur all jenen, die gerade in ihre Monitore starren, eine Fahrt nach Karlsruhe und das Denken, ja Begreifen in Modellen empfehlen.«

– Gerhard Matzig, in: Süddeutsche Zeitung, 03.01.2017

 

Amber Sayah schreibt in der Stuttgarter Zeitung: Die Ausstellung »Frei Otto« sei eine »auf 2000 Quadratmetern üppig bestückte und glänzend gestaltete Schau«. Andere Architekturgalerien seien »Streichholzschachteln im Vergleich zu den schier unendlichen Raumfluchten des Karlsruher ZKM«.

– Amber Sayah, in: Stuttgarter Zeitung, 10./11.12.2016

 

»Das gewaltige Panorama der Karlsruher Schau skizziert anhand von Modellen und Werkzeugen, von über tausend Fotos, Zeichnungen, Skizzen, Plänen, Filmen und einem offenen Archiv das Bild eines unermüdlich Forschenden.«

– Karin Leydecker, in: Neue Zürcher Zeitung, 06.01.2017

 

Impressum

Georg Vrachliotis (Kurator), Marc Frohn (Ko-Kurator), Martin Kunz (Ko-Kurator), Joachim Kleinmanns (Ko-Kurator), Julia Schiffer (Projektassistenz), FAR frohn&rojas (Ausstellungsarchitektur), Floyd E. Schulz, Büro für Gestaltung Berlin (Grafische Gestaltung),  Studio Lukas Feireiss, Berlin (Konzeption), ARCH+ (Medienpartner), Spector Books (Publikation)

Umwidmung der GLOBALE-Modulwände von Stadelmann Schmutz Wössner Architekten (SSW) als Tischebene durch frohn&rojas (FAR).

Organisation / Institution
Ein gemeinsames Projekt des Südwestdeutschen Archivs für Architektur und Ingenieurbau (saai) des KIT und der Wüstenrot Stiftung in Kooperation mit dem ZKM | Karlsruhe
Projektinitiatoren
Gefördert von
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