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Der Schriftzug »Open Codes« in magenta vor einem Hintergrund aus Code

Open Codes. Digital Culture Techniques

Sa, 07.04.2018 – Sa, 02.06.2018, Goethe Institut / Max Mueller Bhavan Mumbai
Kosten: Museumseintritt

Beschreibung

Unter dem Titel »Open Codes. Digital Culture Techniques« eröffnet am 6. April 2018 in Mumbai die Weiterentwicklung des im ZKM präsentierten Ausstellungs- und Wissensexperiments »Open Codes. Leben in digitalen Welten«. Die Ausstellung wird für zwei Monate, bis zum 2. Juni 2018,  im Goethe-Institut Mumbai im Technologie-Land Indien zu erleben sein. Als Vorbereitung für die Ausstellung organisiert das ZKM den »Coding Culture Hackathon«, der am 1. und 2. Februar 2018 ebenfalls im Goethe-Institut Mumbai stattfindet. 

»Open Codes« wurde als ein Pilotprojekt konzipiert. Als experimenteller Raum für kreative Begegnungen fordert es existierende Ausstellungsformate heraus. Es bricht mit Prädispositionen und verlangt nach unterschiedlichen Formen der Wissensproduktion und seiner Verbreitung im Sinne von freiem, offenem und uneingeschränktem Teilen/ »sharing« von Ideen. Es bildet eine Mischung aus Hackerspace, Makerspace, Ausstellung und Labor und ist als offene Wissensplattform gestaltet, die Elemente von verschiedenen Arbeits- und Freizeitumgebungen umfasst. Dadurch fördert das Projekt bei Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen ein Gefühl intuitiver Verbindung und Vertrautheit. Ein Gemeinschaftsraum lädt BesucherInnen zum gegenseitigen Austausch und zur Beteiligung an fachübergreifenden Dialogen ein, mit dem Ziel,  Kollaboratioen zu fördern und Synergien zwischen verschiedenen Professionen und unterschiedlichen Formen von Wissen und Expertise zu schaffen.

Ausgangspunkt des Projektes bildet die Erkundung digitaler Codes. Diese zeigt, dass Codes zu fundamentalen Prinzipien geworden sind, auf denen die heutige Welt aufbaut. Code bildet die einzige lauffähige und performative Sprache, die durch die Rahmen von mathematischen Modellen vermittelt ist. Von einem technischen Standpunkt aus betrachtet ist Code eine formelle Sprache, die durch ein begrenztes Set an Symbolen charakterisiert ist. Diese lassen sich auf Basis von Regeln (Algorithmen) modifizieren. Daher veranschaulicht Code eine universelle Repräsentation des Verhältnisses zwischen Symbolen im Raum und Sequenzen in der Zeit, die innerhalb der Grenzen der mathematischen Logik übersetzen. Ein Code ist ein textuelles Artefakt, welches ein Set von Instruktionen bildet und den funktionierenden Prozess genau beschreibt, dem ein Computer folgen muss, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen.

Als solches repräsentiert der digitale Code den radikalsten Stand der Abstraktion in unserer Evolution. Für hunderte von Jahren waren die Objekte von Kulturen und Zivilisationen hauptsächlich durch Wörter und Bilder definiert, die den Zustand dieser Objekte visualisierten. Im Laufe der Zeit wurden Wörter und Bilder Welten für sich und bildeten die beiden wichtigsten evolutionären Stationen der Abstraktion. In einer dritten Station wurden Objekte, Wörter und Bilder durch Logik ersetzt. Von hier aus entwickelte sich eine neue digitale Welt der Codes: sie bildeten eine neue digitale Kulturtechnik. Sie  konstituieren eine neue Bilderwelt, und auch eine neue Beschaffenheit von »Verbildlichung«, ausgedrückt durch technologische Medien.

Dies führt zu einer zusätzlichen Interpretation von Codes. Es liegt nahe, dass Codes eine generative Sprache des Denkens sind. Von einem kreativen Standpunkt aus, öffnen Codes einen kognitiven Raum für die Vorstellungskraft, welche Grenzen verschwimmen lässt und physikalische Fesseln auflöst. Hier hat die digitale Welt der Codes eine neue Dimensionalität eröffnet, ein Reich von kontinuierlicher Neuerschaffung und neuer Formationen. Als solche fordert das Digitale auch die Grenzen dessen, was denkbar und wahrnehmbar für den Menschen ist heraus und transformiert unsere Fähigkeit, Information zu benutzen und zu verstehen. Bilder und Welten werden codiert und wieder angeeignet, und schaffen Platz für Kreativitä. Sie brechen lineare Modi des Denkens auf und erlauben so die Untersuchung neuer ontologischer Landschaften.

»Open Codes. Digital Culture Techniques« erforscht die kreative Nutzung von Codes als eine neue Quelle der Gestaltung. Die Ausstellung bringt eine Reihe von Kunstwerken zusammen, welche immersive Technologien erforschen und verschiedene Modalitäten von Codes verhandeln. Die Kunstwerke? transformieren den Ausstellungsraum in einen Ort des Experimentierens und ermöglichen durch Aktion und Transformation neue Arten des Zusammentreffens. Die Arbeiten in der Ausstellung stehen exemplarisch für neue partizipative Formate der Auseinandersetzung mit Kunst und Technologie. BesucherInne treffeb auf Kunstwerke in neuer Form und werden selbst zu AkteurInnen.

Somit fungieren die Werke als Ausgangspunkt für Diskussionen, fordern neue Wege der Wissensaneigung in einem Umfeld des interdisziplinären Austauschs. Daher besteht das Konzept der Ausstellung aus interaktiven Workshops und Diskussionen in Kooperation mit lokalen Initiativen und Protagonisten, um die vielfältigen Facetten und unterschiedlichen Anwendungen von Codes zu beleuchten. Das Ausstellungsprojekt »Open Codes. Digital Culture Techniques« legt somit einen Fokus auf die Vielschichtigkeit, Vernetzung und Non-Linearität bei der Produktion und Aneignung von Wissen. Die Infrastruktur der Ausstellung erleichtert die Zusammenarbeit und die Ko-Kreation der BesucherInnen und lädt ihre BesucherInnen zur Teilhabe an einem offenen Austausch ein.

 

Organisation / Institution
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