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Eine Weltkarte in schwarz und rot

Globale Impulse

Die Gründungsidee des ZKM – künstlerische Konzepte mit zukunftsweisenden Technologien zu verbinden und BesucherInnen wie BürgerInnen interaktiv und partizipativ einzubeziehen – forderte seit der ersten Stunde einen Austausch mit Kreativen, WissenschaftlerInnen und Intellektuellen weltweit. Die vielen Forschungsprojekte und künstlerischen Produktionen, Ausstellungen, Aufführungen und Publikationen sind nur durch einen permanenten Austausch möglich und machen das ZKM zu einem internationalen Forum des Dialogs über die nationalen Grenzen hinweg.

Die Aktivitäten des ZKM gingen von Anfang an über den europäischen Horizont hinaus. Die Erfahrungen aus dem engen Austausch mit KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen, Kultur- und Forschungsinstitutionen in aller Welt führten 2006 zur Gründung des Projekts Global Art and the Museum und der Forschungsstelle für Globale Studien unter der Mitwirkung des angesehenen Kunsthistorikers Prof. Dr. Hans Belting. Bereits die erste Publikation wurde vom Pulitzer-Preisträger Holland Cotter in die Liste der besten Kunstbücher des Jahres 2007 der New York Times gewählt. Die Erkenntnisse aus Forschungsprojekten, internationalen Workshops und Konferenzen mündeten 2011 in der großen Ausstellung The Global Contemporary. Kunstwelten nach 1989 und werden weiterentwickelt im Format GLOBALE als Beitrag des ZKM zum 300-jährigen Bestehen der Stadt Karlsruhe im Jahr 2015.

In den knapp 25 Jahren seines Bestehens entwickelten rund 500 internationale GastkünstlerInnen, GastwissenschaftlerInnen und GastkuratorInnen am ZKM neue Projekte. Kunstwerke und Produktionen aus der ganzen Welt kamen durch Ausstellungen, Konzerte oder Performances nach Karlsruhe. So besuchten Stammesführer der Yanomami-Indianer aus dem Amazonasgebiet das ZKM für eine Musiktheaterproduktion (2008). Ebenso waren Weltstars der Kunstszene wie beispielsweise Robert Wilson (2010, 2013) oder Ryoji Ikeda (2012), Musikbands wie Kraftwerk (1997) oder Chicks on Speed (2007, 2012) und Komponisten wie Pierre Boulez (2007, 2011) und Karlheinz Stockhausen (2004), der Literaturnobelpreisträger Gao Xingjian (2008) oder Philosophen wie Jean Baudrillard (1995, 2004) und Bruno Latour (2002, 2005, 2014), WissenschaftlerInnen wie der Mathematiker Benoît Mandelbrot (1999) und der Chemie-Nobelpreisträger Jean-Marie Lehn (2003) und zuletzt der Linguist und Friedensaktivist Noam Chomsky (2014) zu Gast am ZKM. Manche KünstlerInnen wurden durch das ZKM erst bekannt, so Olafur Eliasson, dessen erste monografische Ausstellung 2001 im ZKM | Medienmuseum stattfand. Des Weiteren entstanden Produktionen mit bedeutenden ChoreografInnen der Gegenwart wie William Forsythe (1999, 2003), Richard Siegal (2008/09) und Sasha Waltz (2013/14).

Man kann mit Recht behaupten: Vom ZKM | Karlsruhe gehen globale Impulse aus. Die Themenausstellungen wie Iconoclash. Jenseits der Bilderkriege in Wissenschaft, Religion und Kunst (2002), Making Things Public. Atmosphären der Demokratie (2005) oder Lichtkunst aus Kunstlicht (2005) und Sasha Waltz. Installationen Objekte Performances (2013) sind weltweit bekannte Modellausstellungen, die dank ihres Inhalts und ihrer Präsentation als Meilensteine des Ausstellungswesens gelten.

Nicht selten gehen die Entwicklungen und Ausstellungen des ZKM auf Reisen. Ein aktuelles Beispiel ist der AppArtAward – der Preis, der die besten Kunstwerke im App-Format prämiert. Von Asien über Kanada bis nach Amerika ist er unterwegs. Zurzeit sind außerdem Ausstellungen des ZKM in Portugal, Ungarn und Bosnien-Herzogowina zu sehen und für Russland und Korea in Planung.

International anerkannt ist die Kompetenz des ZKM in der Konservierung und Restaurierung digitaler Kunstwerke. Durch die zahlreichen Archive zur Medienkunst und Medientheorie wird das ZKM auch zunehmend zum wissenschaftlichen Zentrum für die Geschichte der Medienkunst und unseres digitalen Zeitalters. Weltweit kooperiert das ZKM mit Kulturinstitutionen und Forschungseinrichtungen auf allen Kontinenten, so zum Beispiel mit den Goethe-Instituten, mit dem MIT in Boston, mit Museen wie dem Centre Pompidou in Paris oder dem SESC in São Paulo und zahlreichen Institutionen in Asien.

Das ZKM versteht sich selbst als museologisches Leitmodell. Aufgrund der Betonung von Interaktivität und Partizipation des Publikums ist es ein performatives Museum, dessen Programm alle Gattungsgrenzen überschreitet und auf eine globale Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter hin ausgerichtet ist. 25 Jahre nach seiner Gründung bietet das ZKM nun auch im Internet ein permanentes Programm für die digitale, vernetzte Gesellschaft im 21. Jahrhundert.

Autorin: Andrea Buddensieg

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