"Nicht Kunst und Wissenschaft, sondern Kunst und Künstlichkeit"
Fr, 19.11.1999, 19:00 Uhr CET
Vortrag von Prof. Dr. Manfred Faßler
Die Tendenz zu einer "Berechenbarkeit der Wahrnehmung" ist offensichtlich. Die Produktion künstlicher Realitäten eröffnet einen kulturgeschichtlichen neuen Bezug zur sinnlichen wie auch zur bezeichnenden Wahrnehmung des Menschen. Ein Phänomen tritt in den Vordergrund, das im Begriff der "medialen Poiesis" verdichtet ist: der Zusammenhang von fremderzeugter (allopoietischer) Rechenmaschine und selbstorganisierter (autopoietischer) Belebung des medialen Raum. Mit anderen, drastischen Worten: Hier geht es um nichts weniger als um den tiefschürfenden kulturellen Kampf, um die maßgebliche Referenz, die der menschlichen Wahrnehmung zukommt - der Kampf des virtuell realen menschlichen Denkens und der Virtuellen Realität technischer Medien.

Prof. Dr. Manfred Faßler ist Vorstand der Lehrkanzel für Kommunikationstheorie an der Universität für angewandte Kunst in Wien, Leiter des "Forschungsforums Medien-Welten" in Wien, Privatdozent für Soziologie an der FU Berlin sowie Leiter des Evangelischen Studienwerks e.V. Villigst.

 

Mitwirkende