Der anagrammatische Körper (Eröffnung)
Fr, 07.04.2000, 19:00 Uhr CEST

In der Kunst des 20. Jahrhunderts wurde die Kategorie des Schönen einem radikalen Wandel unterworfen. Das vertraute klassische Schönheitsideal, insbesondere der ideale schöne athletische Körper in der Nachfolge der Antike, wurden vom Diskurs der Moderne verbannt. »The impulse of modern art is the desire to destroy beauty.« (Barnett Newman, 1948) Nur im Nationalsozialismus und anderen totalitären Systemen, welche einen Kampf gegen die Moderne und deren fragmentierten Körper führten, kehrte der schöne ideale Körper wieder. In den Massenmedien, von der Boulevard-Zeitung bis zum Hollywood-Film, und in der Körperkultur, von Kosmetik bis Sport, wurde die Schönheit zu einer Industrie, die Ideale normativ und zwanghaft vorschreibt. In der Kunst der Moderne finden wir hingegen, von Picasso bis Bacon, Bilder eines zerstückelten und zerstörten, eines manipulierten und disharmonischen, eines zerquetschten und gequälten Körpers.

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