Thomas Meinecke, Klaus Theweleit: Tonkopf-Duett
Sa, 23.03.2002, 17:00 Uhr CET

Der Schriftsteller Thomas Meinecke und der Theoretiker Klaus Theweleit treten als duales Abtastsystem auf. Sie spielen sich Platten vor und entwickeln anhand der Musik ihre Thesen über Schreibweisen und individuelle Produktion. „Instrumentale Musik verspricht etwas, das ein Nirwana, ein Glücksversprechen für Schreibende darstellt. Wie toll könnte es sein, wenn man so erzählen könnte, ohne den ganzen Ballast. Lernen von Techno oder House, wie man schreiben könnte“ (Thomas Meinecke).
Tonträger sind wie Briefe „Teil der Revolution des Nachrichtenwesens zu dessen Bestandteil auch die Poesie im 20. Jahrhundert mutierte: Resultate der Revolution der Aufzeichnungstechnologien, wie sie sich im Politischen etwa in der flächendeckenden Praxis des Abhörens und Aufzeichnens aller ‚interessierenden‘ Lebensbereiche der abgehörten Objekte manifestiert hat“ (Klaus Theweleit).

Für beide Autoren war Musik immer auch Erkenntnismittel, Bob-Dylan-Songs für den einen, Drexciya-Tracks für den anderen. Ihre eigenen Texte entstehen aus anderen Texten, Schreiben ist wie Plattenauflegen. Aber wie wird aus dem fremden Material das eigene? Funktionieren Platten als Soundtracks der Identität?

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BR

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