Thomas Meinecke, Michaela Melián, David Moufang: Konvent
So, 24.03.2002

Gibt es überhaupt eine Art von Sprache, die nicht in ständigen Ein- bzw. Ausschlussverfahren Identität konstruiert? Der Schriftsteller Thomas Meinecke, der in dem Projekt »Konvent« für die Worte zuständig ist, will keine wie auch immer geartete Erzählung präsentieren. Der Musiker David Moufang und die bildende Künstlerin Michaela Melián haben gemeinsam mit Thomas Meinecke aus Musik-, Text- und Bildmaterial in einem Prozess des Ineinandergreifens und Reduzierens eine multimediale Arbeit entwickelt, die bei der »intermedium 2« zur Live-Aufführung kommt. Als textliches und visuelles Ausgangsmaterial für die Künstler dienen die Protokolle eines Schriftstellertreffens aus dem Jahr 1964 im Literarischen Colloquium Westberlin (Prosaschreiben), bei dem sich sechzehn jüngere Autoren mit arrivierteren, älteren Autoren darüber austauschten, welche erzählenden Formen ihnen als aktuell bzw. noch praktikabel erschienen.
»Konvent« lotet aus, was sich auch jenseits von herkömmlicher Syntax/Narrativität, als Geflecht, Textur, einen politischen Anspruch transportieren kann: in der sonisch generierten, visuell projizierten und verbal modulierten Erzählung.

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BR

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