François Jullien: This, Wondrous Strange Idea of the Beautiful
China and Art
Di, 15.02.2011, 17:00 Uhr CET

François Jullien, Jahrgang 1951, Philosoph und Sinologe, lehrt an der Universität Paris VII, ist Direktor des Centre Marcel Granet und des Institutes de la Pensée Contemporaine und war Präsident des Collège International de Philosophie. François Jullien ist wohl der erste westliche Philosoph, der sich mit großer Intensität mit dem chinesischen Denken auseinandergesetzt hat. Vom chinesischen Denken her dekonstruiert er die europäische Denktradition. Zahlreiche Bücher von Jullien liegen inzwischen in deutscher Übersetzung vor.

François Jullien schreibt zum Thema des Vortrags:
»Man hat nicht aufgehört, im Laufe der Jahrhunderte, die Kriterien und Konzeptionen des Schönen in Frage zu stellen, seine Definitionen variieren zu lassen. Aber hat man jemals nach jener in der Sprache selbst liegenden Vorbedingung gefragt, einfach sagen zu können »das Schöne«? Hat man tatsächlich jemals darüber Gedanken gemacht, auf welchem vergrabenen Sockel »das Schöne« gebaut ist? Im Gegensatz zu Europa hat das chinesische Denken »das Schöne« nicht abstrakt isoliert. Indem ich mit dieser Abweichung arbeite, wünsche ich, jenes andere Terrain frei zu legen, das sich nicht der Monopolisierung des Schönen unterordnet; weiterhin andere Fruchtbarkeiten zu entdecken, mit denen die zeitgenössische Kunst – in offenem Krieg mit dem Schönen – ins Gespräch treten kann. Grund genug, das Schöne wenigstens von den gewöhnlichen Orten herauszuheben, die es erschöpfen: um es seiner Fremdheit zu übergeben.«

Der Vortrag findet in französischer Sprache statt und wird simultan übersetzt.

Veranstaltung in Zusammenhang mit: Kulturen des Ästhetischen

Organisation / Institution
HfG | Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe
Kooperationspartner

ZKM