Luke Fowler: All Divided Selves (2011)
Sa, 15.12.2012, 18:00 Uhr CET

Die soziokulturelle Revolution der 1960er-Jahre wurde von dem charismatischen, Guru-ähnlichen Psychiater aus Glasgow, R.D. Laing, angeführt. In seinem inzwischen legendären Text »Die Politik der Erfahrung« (1967) argumentiert Laing, dass Normalität bedeutet, uns an die Mystifizierung einer entfremdeten und unpersönlichen Welt anzupassen. Vor diesem Hintergrund beschreiben soziale Kategorisierungen wie etwa »geisteskrank« in Wahrheit einen bis aufs Äußerste zurechnungsfähigen Reisenden, die eine innere Reise durch äonische Zeiten durchlaufen. Der Film konzentriert sich auf die archivarische Darstellung von Laing und seinen Kollegen, und deren Kampf, die soziale Umgebung und die gestörte Interaktion in Institutionen als signifikante Faktoren in der Ätiologie menschlicher Verzweiflung und Not herauszustellen. »All Divided Selves« zeigt die ambivalenten Reaktionen auf diese radikalen Ansichten, sowie die weniger nachsichtigen Reaktionen auf Laings spätere berufliche Veränderung: vom bedeutenden Psychiater hin zur unternehmenslustigen Berühmtheit. Der Film ist eine dicht gedrängte, einnehmende und lyrische Collage, in die der Regisseur Luke Fowler Archivmaterial mit Musikaufnahmen von Èric La Casa, Jean-Luc Guionnet und Alasdair Roberts kombinierte.

Organisation / Institution
ZKM

Mitwirkende