Claus Bremer. mitspiel. theater und poesie 1949–1994
Ein Landschaftsbild mit Fluss. Vier Männer stehen vor diesem Bild. Sie halten eine Duschamatur an das Bild. Sie wollen zeigen, dass das Wasser nun real wird und aus dem Bild läuft.
05.07.2014 – 05.10.2014

Die Partizipation des Publikums und die Mobilisierung des Zuschauers, was gegenwärtig in der Kunst Hochkonjunktur hat und Theater-Macher wie Rimini Protokoll und Hofmann & Lindholm praktizieren, hat eine Vorgeschichte: Der Dramaturg und Poet Claus Bremer (1924−1996) konzipierte seit 1958 in Darmstadt und Ulm neue Spielweisen des Theaters, die er parallel zur »offenen Form« in der Musik, den interaktiven Methoden der kinetischen Kunst und den Text-Konstellationen der Konkreten Poesie entwickelte.

Am 11.07.2014 wäre Claus Bremer neunzig Jahre alt geworden. Dies bietet Anlass, seinem Werk eine eigene Ausstellung zu widmen.

Die Ausstellung folgt der Dramaturgie der Entwicklung Bremers vom Dichter und Übersetzer zum Dramaturgen. Bremer gehörte zur »Gruppe der Fragmente«, die sich zwischen 1948 und 1954 für die Vermittlung moderner Literatur, vor allem aus den USA, einsetzte. In ihrer »Revue für moderne Dichtung. Fragmente« veröffentlichte sie in Karlsruhe und Freiburg Texte von Ezra Pound, Charles Olson und Henry Miller und war damit der literarischen Gegenwart der Bundesrepublik weit voraus.

Zur Buchmesse 2014 erscheint die Publikation »Claus Bremer: mitspiel – Die Aktivierung der Zuschauer: vom Dynamischen Theater zur Theaterstadt. Dramaturgische Text 1948-1971«, herausgegeben von Peter Weibel und Holger Jost. Im WerkbundForum in Frankfurt am Main findet hierzu am 11. Oktober 2014 eine Buchvorstellung mit anschließender Gesprächsrunde statt.

Mitwirkende