The Infinity Engine
Ein Raum mit einer an der gegenüberliegenden Wand projizierten Tür. Auf der rechten Seite ein Regal mit leeren Flaschen.
Ein Vortragsabend zum Thema Kunst und Gentechnik
Fr, 27.02.2015 18:00

Am Vortragsabend wird das neueste Werk von Lynn Hershman Leeson, »The Infinity Engine« [Unendlichkeitsmaschine] aus kunsthistorischer, naturwissenschaftlicher und künstlerischer Perspektive beleuchtet. Ingeborg Reichle diskutiert die verschiedenen Bestandteile der komplexen Installation vor dem Hintergrund von Laboratorien im Kunstkontext,  Uwe Strähle untersucht die innovative Arbeit aus der Praxis der Genforschung heraus. Lynn Hershman Leeson wird in der anschließenden Diskussion das Konzept und die Realisierung des Werks erläutern.

In ihrer neuesten Arbeit »The Infinity Engine« setzt sich Lynn Hershman Leeson mit dem Einfluss der Gentechnologie auf das menschliche Leben auseinander. Die multimediale Installation wurde in Zusammenarbeit mit dem Biologen Josiah Zayner entwickelt und nimmt Bezug auf naturwissenschaftliche Genlaboratorien. Am Beispiel von Fotografien und Filmen zu den neuesten Errungenschaften der Molekular- und Zellbiologie sowie gentechnisch veränderten Organismen soll die Frage aufgeworfen werden, inwiefern menschliche Eingriffe in die DNA ethisch vertretbar sind und welche sozialen, politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen sie haben. Indem sie ihre Arbeit ausgehend von realen Forschungsergebnissen entwickelt und die neuesten Technologien einsetzt, stellt die US-amerikanische Medienkünstlerin aktuelle Erkenntnisse aus der Naturwissenschaft in einem künstlerischen Rahmen zur Diskussion.

Ingeborg Reichle

ist seit 2014 FONTE Stiftungsprofessorin am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 1991 bis 1998 studierte sie Kunstgeschichte, Archäologie, Soziologie und Philosophie in Freiburg i. Br., London und Hamburg. 2004 wurde sie an der Humboldt-Universität mit der Dissertation Kunst aus dem Labor. Zum Verhältnis von Kunst und Wissenschaft im Zeitalter der Technoscience promoviert und habilitierte sich dort 2013 mit der Schrift Bilderwissen – Wissensbilder. Zur Gegenwart der Epistemologie der Bilder.

Uwe Strähle

ist Professor für Umwelttoxikologie an der Universität Heidelberg, geschäftsführender Direktor des Instituts für Toxikologie und Genetik sowie des Europäischen Zebrafisch Ressourcenzentrums am Karlsruher Institut für Technologie. Er studierte Molekular- u. Zellbiologie in Heidelberg und Edinburgh, war Forschungsdirektor am CNRS in Strasbourg und interessiert sich für die Entstehung von Tieren sowie die Umwelteinflüsse auf diese Prozesse.

Vortragssprachen sind Deutsch und Englisch.

Organisation / Institution
ZKM | Karlsruhe