Die Klangwelt Parmegianis
Ein Mann, der am Mischpult stehe
Klangdomkonzert mit Werken von Bernard Parmegiani und Gilles Gobeil
So, 23.10.2016, 20:00 Uhr CEST

Mit »De Natura Sonorum« aus dem Jahr 1975 erforschte der französische Komponist Bernard Parmegiani (1927 – 2013) die vielfältigen Möglichkeiten mit Klang zu arbeiten und schuf damit ein Meisterwerk der elektroakustischen Musik, das nachfolgende Komponistengenerationen nachhaltig beeinflusste. Innerhalb des Konzertabends wird ein ausgewählter Part der aus 12 Teilen bestehenden Komposition über den ZKM_Klangdom zu hören sein.

Des Weiteren wird das Stück »Des temps oubliés« (2012) des kanadischen Komponisten Gilles Gobeil präsentiert werden. Dieser beschäftigt sich bereits seit mehr als 30 Jahren mit der Schaffung von Werken im Bereich Akusmatik und Mixed Music. Viele seiner Kompositionen lehnen sich an das so genannte »cinéma pour l’oreille« [Kino für die Ohren] an, andere sind von literarischen Werken inspiriert, die über das Medium Klang visualisiert werden.

Bernard Parmegiani über »De Natura Sonorum«

»Das Gegenwärtige der Vergänglichkeit, Beweglichkeit und Umwandlung der Wiederholung sind die Themen, aus welchen ein Dutzend Werke hervorgegangen sind, von Violostries (1963) bis Pour en finir avec le pouvoir d‘Orphée (1974). Mit De Natura Sonorum beginnt eine neue Periode, welche der Problematik der Verbindung von Klangmaterial und seinen Entwicklungsformen folgt, und in welcher ich mich der Niederschrift der Klänge widme, deren Tinte sozusagen dem Material entspringt, das ich konjugieren, konfrontieren, dessen Natur ich untersuchen will.

So entsteht eine dialektische Gegenüberstellung von lebendem und natürlichem, nicht eingefangenem sondern frei sich in der Natur befindendem Klang, und einem künstlichen, der nach C.Rossent „den Geschmack des verbesserten Natürlichen“ enthält.

Diese Musik, die „so allgemein wie möglich“ gehalten sein soll, bahnt sich durch ständige Metamorphose und eine Folge von Induktionen vom Natürlichen zum Künstlichen ihren Weg.

Kann das Gehörte, durch seinen ständigen Verwandlungsprozess etwas über die Natur des Klangs enthüllen?« (Bernard Parmegiani)