Jan Wagner: Gold. Revue
Ein orangenes Quadrat mit Augen auf blauem Hintergrund. Rechts und links davon kleinere Quadrate
ARD Hörspieltage 2017
Mi, 08.11.2017 20:00

Es ist Gold, das seit Anbeginn der Dinge ruhte, aber nicht schlief, das nur darauf wartete, gefunden zu werden am Ufer eines Flusses irgendwo in den menschenleeren Weiten, das gelauert hat auf den Einen, der es blitzen sieht, dem es zublinzelt aus dem Wasser und der sich herunterbeugt, um es aufzuheben, Besitzer eines Geheimnisses, das keines bleiben kann. Und so rast das Gerücht von Dorf zu Stadt, über die Länder und Meere, bis die Fabriken und die Büros verstummt sind, die Schiffe leer in der Bucht schaukeln, nur noch die Hacken und Schaufeln hunderttausender von Glücksuchern zu hören sind – »jeder für sich selbst allein, und der Teufel für uns alle«. Gold ist ein lyrisches Stimmenspiel, in dem sie alle zu Sprache und zu Gesang finden, die Herumtreiber und die Händler, die Schürfer und Gräber, die Bardamen, Bestatter, Liebenden und Missionare, die Surfer und Prasser und Spieler, all jene, die mit nichts als ein bisschen Hoffnung in der Tasche ihr altes Dasein für immer hinter sich ließen, manchmal gewannen, fast immer verloren.

Eine Revue zum Rausch; eine poetische Szenenfolge, ergänzt und gespiegelt von einer Originalmusik des Komponisten Sven-Ingo Koch.

Jan Wagner, geboren 1971 in Hamburg, lebt in Berlin. Lyriker, Übersetzer und Kritiker. Er veröffentlichte bislang sieben Gedichtbände, darunter: »Die Eulenhasser in den Hallenhäusern. Drei Verborgene« (2012), »Regentonnenvariationen« (2014) und »Selbstportrait mit Bienenschwarm. Ausgewählte Gedichte 2001–2015« (2016). Außerdem Essaysammlungen, Anthologien u.v.a. Vielfach ausgezeichnet mit renommierten Preisen und Stipendien. Zuletzt: Georg-Büchner-Preis (2017) und Hörspiel des Monats Juli 2017 für »Gold. Revue«.

Mit: Mechthild Grossmann, Heikko Deutschmann, Henning Nöhren, Marek Harloff, Rainer Philippi, Jan Maaki, Andre Kaczmarczyk, Rosa Enskat, Sonja Beißwenger, Yohanna Schwertfeger, Maja Schäfermeyer, Julian Panknin Regie: Leonhard Koppelmann Komposition: Sven-Ingo Koch
Produktion: DLF/SWR 2017 Länge: 74’46’’

Im Anschluss wird es eine Jurydiskussion und ein Publikumsgespräch mit Leonhard Koppelmann (Regie), Sven-Ingo Koch (Komposition) und Sabine Küchler (Dramaturgie) geben. 

Begleitprogramm