BIG BROTHER in Kinofilmen – Zur Mediengeschichte der Überwachung
Das Schwarzweiß-Bild zeigt eine Collage zahlreicher Augenpaare
Filmexploratorium im ZKM Medientheater, präsentiert von Wolfgang Petroll
Mi, 13.12.2017 18:00

In der Mediengeschichte gibt es viele »Große Brüder«, nicht erst in Orwells Roman »1984«. In prägnanten Filmausschnitten beleuchtet das Filmexploratorium verschiedene Stationen der Überwachung in der Mediengeschichte auf dem Weg vom 20. ins 21. Jahrhundert. Im Mittelpunkt steht dabei nicht zuletzt die Frage: welches Verhältnis entwickelt Medienkultur zur Wirklichkeit?

Schon Filme wie Fritz Langs »Metropolis« und Charlie Chaplins »Modern Times« haben sich mit Überwachung auseinandergesetzt; Voyeurismus war das Thema in Alfred Hitchcocks »Rear Window«. Abgehörte Telefone, heimliche Mitschnitte von Gesprächen und Observation gehören zum Standardrepertoire von Agentenfilmen und dokumentarischen Politthrillern wie dem Watergate-Drama »All the President’s Men«. Seitdem Massenmedien wie Radio, Fernsehen und Internet kulturelle Gewohnheiten wandelten, wurden Befürchtungen über ihren Missbrauch geäußert, bis hin zu dystopischen Alpträumen totaler Kontrolle durch digitale Technologie: Demokratie ist nicht immun gegen Totalitarismus.

Wolfgang Petroll studierte Soziologie, Psychologie und Wissenschaftslehre. Er ist Dozent für Film und Medienästhetik, u.a. seit 2001 mit Lehraufträgen am ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale, KIT. Daneben ist er seit 2010 Kurator der Veranstaltungsreihe TRAUMFABRIK in der Schauburg.