Objekt aus der Ausstellung Better Books

29.01.2013

»Better Books: Kunst, Anarchie und Apostasie«

Rückblick auf eine Ausstellung im ZKM | Museum für Neue Kunst

Im Jahre 1946 eröffnete der Publizist und Verleger Tony Godwin in der Charing Cross Road 92-94 in London einen Buchladen, dem er den Namen »Better Books« gab.

VON STEFANIE JAKOB

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Godwin innerhalb der verlegerischen Avantgarde bereits einen Namen gemacht. Gemeinsam mit Lawrence Ferlinghetti, einem bekannten Vertreter der Beat-Generation, intensivierte Godwin den Austausch zwischen kleineren Verlegern und initiierte den Handel mit ansonsten nicht erhältlichen oder zensierten Büchern der Londoner counter-culture.

Die kulturelle Revolution, die London in den 1950er und 1960er Jahren durchlief, veränderte die Sichtweise auf die etablierte Kultur und »Better Books« wurde schon bald zum Treffpunkt für eine große Bandbreite an Künstlern, Dichtern und Musikern aber auch Schriftstellern, Filmemachern, Aktivisten und Avantgardisten der Nachkriegszeit. Im Entfremdungsprozess von der vorherigen Generation machten sie sich dort auf die Suche nach neuen Wegen der Loslösung, stellten die Gegenwartskunst in Frage und brachten mit ihren Werken eine radikale Reformulierung des künstlerischen Schaffens ins Rollen.

In der Ausstellung »Better Books: Kunst, Anarchie und Apostasie« präsentierte das ZKM | Museum für Neue Kunst bisher selten gezeigte Fotografien, Kunstwerke, Filme und Gedichte, die zum Zeugnis dieses Aufbruchs wurden. Die Präsentation gab einen tiefen Einblick in die Szene um den Buchladen »Better Books«, der sich zur Sammelstelle der Kulturkritiker und zur Geburtsstätte für Kreativität entwickelte. Neben einem Rundgang durch die Ausstellung zeigt das Video die Kuratorin Rozemin Keshvani, die über die Bedeutung des Buchladens für die Londoner Avantgarde-Bewegung berichtet.

Kategorie: Ausstellungen