Urs Lüthi

Geburtsjahr, Ort
1947, Luzern, Schweiz
Rolle am ZKM
Künstler/in der Sammlung
Biografie

Urs Lüthi wurde 1947 in Luzern geboren. Seit 1994 lehrt er als Professor am Fachbereich Kunst der Gesamthochschule Kassel. Er lebt in München.

Das Werk von Urs Lüthi ist gekennzeichnet von Wechseln und Brüchen im Einsatz von Medien und Stilen. Lüthi ist Autodidakt. Er erhält bereits seit Mitte der sechziger Jahre Beachtung als Maler und Objektkünstler, hört jedoch Ende der sechziger Jahre mit der Malerei völlig auf und beginnt, ausschließlich mit Fotografie zu arbeiten. In schwarzweißen Fotosequenzen präsentiert er sich selbst in exzentrischer, narzisstischer Pose. Seine frühen Werke bringen ihm den Ruf eines Körperkünstlers ein. In den siebziger und frühen achtziger Jahren entstehen tableauartig angeordnete, großformatige Farbfotoarbeiten. In den achtziger Jahren werden seine Arbeiten konzeptueller, zeichenhafter und erhalten eine technisch sorgsam geglättete Oberfläche. Neben Landschaftsbildern und Selbstporträts entstehen Installationen und Objektserien. Begriffe
und symbolhafte Zeichen werden in multimedialen Ensembles antipodisch gegeneinander gesetzt und in einer reduziert geometrischen Formensprache zu Ordnungssystemen kombiniert. Nach dem Verschwinden des fotografischen Selbstporträts taucht seit Ende der achtziger Jahre der Abguss des eigenen, kahlen Kopfes wieder auf, platziert auf Betonsockel (»Aus der Serie der universellen Ordnung«, 1989/90) oder drehend auf Wandkonsolen (»Nature Morte, aus der Serie der universellen Ordnung«, 1991), meist konfrontiert mit großformatigen Bildern in technisch sorgsam ausgearbeiteten, aufwendigen Rahmen. In der jüngsten Serie »Placebos & Surrogates« (1996) werden plakatartige Wort-Bild-Kombinationen als Wandarbeiten hinter Plexiglas in Dialog gesetzt zu Objekten und teilweise transparenten Kopfabgüssen mit farbigen, objekthaften Einschlüssen.
 
Einzelausstellungen (Auswahl)
 
1966 Galerie Beat Mäder, Bern
1969 Galerie Junge Generation, Hamburg
1973 Galerie nächst St. Stephan, Wien
1975 Neue Galerie im Landesmuseum Joanneum, Graz; Musée d'Art et d'Histoire, Genf
1976 Kunsthalle Basel
1978 Museum Folkwang, Essen
1981 Kunstmuseum, Bern
1983 Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen
1986 Kunstmuseum Winterthur
1987 Kunstverein München
1989 Kunstforum, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München
1990 Kasseler Kunstverein, Kassel
1993 Bonner Kunstverein, Bonn
1994 Aargauer Kunsthaus, Aarau; Freiburger Kunstverein, Freiburg
1995 Museum Wiesbaden
1996 Galerie Tanit, München; Galerie Blancpain-Stepczynski, Genf
1997 arco di rab-Gallery, Rom; Galerie Sollertis, Toulouse; The Nordic House, Reykjavik
 
Gruppenausstellungen (Auswahl)
 
1966 »Züricher Künstler«, Helmhaus, Zürich
1970 »Visualisierte Denkprozesse«, Kunstmuseum Luzern
1974 »Transformer«, Kunstmuseum Luzern, anschließend Kunstmuseum Bochum
1975 »Körpersprache«, Haus am Waldsee, Berlin, anschließend Frankfurter Kunstverein, Frankfurt/M
1977 documenta VI, Kassel
1978 The Biennale of Sydney, The Art Gallery of New South Wales, Sydney
1981 »Westkunst«, Museen der Stadt Köln, Köln
1983 »Kunst mit Photographie«, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Neue Nationalgalerie, Berlin, anschließend Kölnischer Kunstverein, Köln
1988 »Zurück zur Natur, aber wie?«, Städtische Galerie im Prinz-Max-Palais, Karlsruhe
1989 »2000 Jahre, die Gegenwart der Vergangenheit«, Bonner Kunstverein, Bonn; »L'invention d'un Art«, Musée National d'Art Moderne, Centre Georges Pompidou, Paris
1990 »Blau - Farbe der Ferne«, Heidelberger Kunstverein, Heidelberg
1992 »Manifeste«, Musée National d'Art Moderne, Centre Georges Pompidou, Paris
1993 »„He is looking at me." Autoportraits Contemporaines«, ELAC, Lyon; »Sprung in die Zeit«, Berlinische Galerie, Museum für Moderne Kunst, Photographie und Architektur, Berlin; Hotel Carlton Palace, Chambre 763 (Organisation Hans-Ulrich Obrist), Paris
1995 »fémininmasculin: Le sexe de l'art«, Musée National d'Art Moderne, Centre Georges Pompidou, Paris
1996 »KünstlerProfessorInnen«, Kasseler Kunstverein, Kassel; »Autoreverse«, MAGASIN, Centre National d'Art Contemporain, Grenoble; »paar mal Paar«, Helmhaus, Zürich; »Im Kunstlicht«, Kunsthaus Zürich; »Un certain sourire«, Windows, Brüssel
1997 »foto text text foto«, Museion, Museum für moderne Kunst, Bozen, anschließend Frankfurter Kunstverein, Frankfurt/M, Fotomuseum Winterthur; »Geschlossene Gesellschaft«, Graphische Sammlung der ETH, Zürich

​[Frauke Syamken, 1997]