Technische Ausstattung

Das visuelle Wahrzeichen: Der Kubus

Der Kubus ist nicht nur das visuelle Wahrzeichen des ZKM, sondern bildet zugleich das Herzstück der musikalisch-künstlerischen Produktion.

Der blaue Kubus wurde vom Architekturbüro Schweger und Partner als groß-volumiges, akustisch optimiertes Tonstudio geplant; realisiert wurde eine freistehende Architektur, die eine möglichst perfekte akustische Entkopplung von der Umgebung gewährleisten sollte.

Der ZKM_Kubus bei Nacht

Diese Zielsetzung wurde mit großem baulichem Aufwand verfolgt: Die Stahlträger der Gebäudekonstruktion sind auf Gummipuffern gelagert, alle Räume des Kubus sind doppelwandig ausgeführt, es wurden akustisch hoch-dämmende Türen in doppelter Ausführung verbaut. Die hervorragende Raumakustik des Tonstudios ist einem aufwändigen Holz-Innenausbau geschuldet.

 

Ein besonderer Ort für besondere Musik: der Klangdom

Der Klangdom, ein Hightech-Instrument zur Klangverräumlichung im Kubus, wurde nach drei Jahren Konzeptions-, Planungs- und Bauzeit 2006 fertiggestellt. 43 Meyersound-Lautsprecher hängen an einem ellipsenförmigen Ringsystem dreidimensional im Raum, weitere vier sind am Boden aufgestellt. Die Lautsprecher sind in einer kuppelförmigen Anordnung um die ZuhörerInnen herum angebracht. Mit diesem einzigartigen Lautsprecherinstrument können komplexe polyphone Raum-Klang-Bewegungen realistisch dargestellt und von jedem Platz im Konzertraum wahrgenommen werden. Genau jene Plastizität des Klangs im Raum ist mit der eigens dafür entwickelten Steuerungssoftware Zirkonium steuerbar.

Damit ist der Klangdom ein einmaliger und idealer Ort für die Entwicklung und Reproduktion elektroakustischer bzw. akusmatischer Raummusik. Das Studio dient nicht nur als Aufnahmeraum, sondern auch als öffentlicher Konzertsaal für internationale Gastspiele und Festivals sowie als Labor für Forschungsarbeiten im Bereich der musikalischen Akustik.

Ein großer Raum, mit einem Flügel auf einem Podest
Blick in den Klangdom

Die Verbindung von Klangsynthese und Verräumlichung ist technisch innovativ, da die Raumakustik selbst hierdurch modellierbar wird. Der Klangdom ist damit ein von KomponistInnen bedienbares Instrument, welches SpezialistInnen zwischen den als InterpretIn agierenden KomponistInnen und der klanglichen Konkretion im Raum überflüssig macht. Im Klangdom können 40 Melodien auf einen Punkt gebündelt oder im Raum verteilt werden. Durch die direkte Anbindung an Klangsynthesesoftware lassen sich spektrale Gestalten direkt in den Raum setzen.

Der Klangdom ist Ausgangspunkt für zahlreiche Forschungsprojekte, welche sich mit diversen Interfaces zur Raumsteuerung sowie der Wiedergabe von Raumklang-Informationen in gängigen Consumer-Formaten (binaurale Tonaufnahmen, HRTF, Kunstkopf-Mikrofonie) beschäftigen. Gegenstand stetiger Forschung und Entwicklung ist zudem die Raumsteuerungssoftware Zirkonium.

Die Verbindung der Welt der Computermusik mit professionellen Aufnahme- und Produktionsstudios

Das Hertz-Labor verbindet die Welt der Computermusik mit professionellen Aufnahme- und Produktionsstudios: Vor Ort finden sich Studios, Regieräume und Musikateliers. Die Studios und Regieräume wurden als qualitativ hochwertige akustische Umgebungen mit speziellem Studioequipment für jeden einzelnen Raum konzipiert.

KünstlerInnen und KomponistInnen weltweit nutzen die Technologien für ihre künstlerische Arbeit und erforschen neue Nutzungsmöglichkeiten. Die Kombination der künstlerischen Arbeit mit einer High-End-Studioumgebung stimuliert neue Herangehensweisen, wie sie andernorts kaum entstehen können. Die eingeladenen GastkünstlerInnen arbeiten in den Bereichen Live-Elektronik, Klangsynthese, algorithmische Komposition und Multimedia-Integration mit offenen Computersystemen. Für einen längeren Arbeitsaufenthalt am Institut stehen ihnen die Musikateliers zur Verfügung.