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Gründungsdirektor Heinrich Klotz

Der Marburger Kunsthistoriker war von Frankfurt am Main, wo er das Deutsche Architekturmuseum am Museumsufer errichtet hatte, nach Karlsruhe gekommen, um ein Pioniermodell zu schaffen: Ein Zentrum aller Medien und Gattungen, das Zentrum für Kunst und Medien. Zur Legitimation seiner Gründung berief sich Klotz immer wieder auf das Bauhaus Dessau. Das ZKM beziehe die Künste auf die digitalen Techniken. Damit legte er den Grundstein für das Selbstverständnis der Institution, die seit ihrer Gründung die Verknüpfung von Kunst und Technik in die Zukunft fortführt. Heinrich Klotz starb 1999 im Alter von 64 Jahren.

„Heinrich Klotz war ein visionsgetriebener Mensch. Nach seiner Tätigkeit als Professor der Kunstgeschichte an der renommierten Universität Marburg, wo er zahlreiche prominente Schüler wie Horst Bredekamp von der Humboldt-Universität Berlin und Klaus Schrenk, ehemaliger Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München, hervorbrachte, begann eine furiose Dekade der Gründungen: Deutsches Architekturmuseum in Frankfurt am Main 1984, ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe 1989, Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe 1992. Kein deutscher Intellektueller nach 1945 hat als Historiker, Autor, Lehrer, Theoretiker, Museums- und Hochschulgründer die deutsche Kunst- und Kulturszene so geprägt wie Heinrich Klotz. Seine Theorien zur Revision der architektonischen Moderne, zur Zweiten Moderne und zur Erweiterung des Kunstbegriffs um die Medien sind irreversible theoretische Fundamente, mit denen die Zukunft geschaffen wird.“
(Peter Weibel, Vorstand des ZKM)

Am 20 März 2015 wäre Heinrich Klotz 80 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass haben Studierende der Staatlichen Hochschule für Gestaltung (HfG) den Interviewfilm »Heinrich Klotz. Gedanken zum 80. Geburtstag« auf Initiative des ZKM produziert, bei dem Freunde und Weggefährten des ZKM- und HfG-Gründers Heinrich Klotz zu Wort kommen.
 
Die Interviewten sind sich einig: Ohne die visionäre Kraft, die Überzeugungskraft und die Tatkraft von Heinrich Klotz, dem »bewegten Beweger«, würde es ZKM und HfG als Orte der Produktion, der Präsentation, der Dokumentation und der Reflexion von Kunst im Kontext avancierter Medientechnologie heute nicht geben.

Zu Wort kommen Prof. Peter Iden, Prof. Wolfgang Rihm, Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Peter Schwarz, Prof. Dr. Klaus Schrenk, Prof. Dr. Martin Warnke und Prof. Peter Weibel. An dem Film mitgewirkt haben Prof. Andrei Ujica, Franziska Vogel, Christian Haardt, Irina Konyukhova, Silvia Mirzenco, Florian Geierstanger, Matthias Hederer, Steffen Oestreich, Florian Geierstanger, Madelaine Merino, Marie Falke, Anna Kuhlig und Barbara Kuon.

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