Startseite ZKM-Kosmos laden ZKM-Kosmos schließen ZKM-Kosmos öffnen Suche Menü Sprachen

Suchformular

Gitterstruktur im Hintergrund roter Schriftzug »Computing«. Chinesischer Untertitel.

Open Codes

Leben in digitalen Welten

Fr, 20.10.2017 – So, 05.08.2018, ZKM_Lichthof 8+9
Kosten: Museumseintritt

Beschreibung

Mit der Ausstellung »Open Codes. Leben in digitalen Welten« widmet sich das ZKM | Karlsruhe erneut dem Thema der Digitalisierung und der Erfassung der Welt durch den binären Code.

Die Welt verstehen, die wir bewohnen.
Die Welt verstehen, in der wir leben.
Die Welt verstehen, von der wir leben.

Die allumfassende Digitalisierung der Welt, die disruptive Technologien hervorgebracht hat, welche die historischen Industrien und Lebensformen revolutionieren, verdankt sich zwei Entwicklungslinien: den Fortschritten der Mathematik und der Physik. Seit Newton bestimmen mathematische Formeln den Zugang der Physiker zur Welt. Der Nobelpreisträger Eugene Wigner formulierte diese Tendenz 1960 in seinem Aufsatz »The Unreasonable Effectiveness of Mathematics in the Natural Sciences«. Die mathematischen Theorien veranlassten Physiker, die theoretischen Vorgaben durch Experimente zu beweisen – von James Clerk Maxwell bis Peter Higgs.

Ausgehend vom empirischen Nachweis der elektromagnetischen Wellen durch Heinrich Hertz 1886 hat die Physik die Entwicklung der drahtlosen Kommunikationstechnologie ermöglicht, welche unter anderem auch die Massenmedien Telefon, Radio, Fernsehen und Internet hervorbrachte. Diese neuen Kommunikations- und Speichertechnologien haben das soziale Leben und die Kultur auf ungeahnte Weise verändert. Die historischen Vorstellungen von Politik, Gesellschaft, Verkehr und Umgangsformen befinden sich in einer Phase fundamentaler Umwälzungen. Diese disruptiven Innovationen, die durch die Fortschritte der Konvergenz von Mathematik und Physik immer beschleunigter produziert werden und die unsere Lebensweisen rapide und radikal verändern, sollen in der Ausstellung breitgefächert und kritisch untersuchen werden.

Mit der Ausstellung versucht das ZKM, durch Dokumente, Artefakte und Kunstwerke die Entwicklungslinien der Physik und Mathematik der letzten 300 Jahre aufzuzeigen. Die Konturen einer digitalen Philosophie und Kunst werden mittels Arbeiten von KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und IngenieurInnen thematisiert. Es werden der heutige Stand der innovativsten zeitgenössischen Digitaltechnologien, von Robotik bis künstliche Intelligenz, von Sensorentechnologie bis Bio-Design, sowie deren soziale, politische und gesellschaftliche Folgen vorgestellt.

 

Die Ausstellung als Bürgerlabor – das partizipative Museum

Als polyphones und multipolares Ereignis wird die Ausstellung zugleich Labor. In den ZKM_Hallen werden nicht nur digitale Technologien präsentiert, sondern diese selbst in vielfältiger Weise nutzbar gemacht. Die Ausstellung »Open Codes« ist der Entwurf eines Museums der Zukunft als ein prozesshaft sich verändernder Ort des Lernens. BesucherInnen werden zu Akteuren. Sie werden nicht mehr durch Ausstellungshallen an Kunstwerken vorbeiflanieren, wie in einer Shoppingmall, denn nicht umsonst hat das Wort »Galerie« eine Verwandtschaft zu dem Wort »galleria«, das soviel bedeutet wie Säulengang, Einkaufspassage und Geisterbahn.

Digitale Kunstwerke verlangen, um zu entstehen, die Partizipation des Publikums, den Besucher als Benutzer. Daher wird die Ausstellung wie eine Lounge gestaltet sein, in der BesucherInnen verweilen und sich mithilfe digitaler Technologien in Werke vertiefen können – bis zum Grad, dass sie selbst damit experimentieren und spielend Wissen erwerben. Das Museum wird dadurch zum Bürgerlabor. Performative Elemente werden den bisherigen bloßen Schauplatz Museum zu einen Ort des Handelns, Verwandelns und Gestaltens machen. Das Ziel ist es, zu einem neuen Besucherverhalten zwischen Konzentration und Zerstreuung, zwischen Kontemplation, Immersion und Exploration zu motivieren.

 

Begleitet wird die Ausstellung »Open Codes« durch ein umfassendes Rahmenprogramm an Vorträgen, Screenings und Symposien sowie einer mehrbändigen Publikation zum Thema des digitalen Codes. Kooperationspartner der Ausstellung sind unter anderen das Fraunhofer-Institut, das FZI Forschungszentrum Informatik, die Akademie Schloss Solitude sowie das KIT.

 

Impressum
Organisation / Institution
ZKM | Karlsruhe
Kooperationspartner
Logo ZKM | Kosmos schließen