Sabine Schäfer
Archiv
Sabine Schäfer (*1957, Karlsruhe) ist eine deutsche Medienkünstlerin, Komponistin, Sound-Art-Künstlerin und Pionierin auf dem Gebiet der computergesteuerten Raumklanginstallation.
Am Ende ihres Kompositionsstudiums an der Hochschule für Musik Karlsruhe begann die Künstlerin, begehbare Klanginstallationen und -objekte mit einer Vielzahl von Lautsprechern zu entwickeln, über die sich der Klang computergesteuert bewegt. Die Besucher:innen sollten wie in der Natur von bewegtem Klang umgeben sein. Im Rahmen der technischen Umsetzung dieses ästhetischen Ansatzes entstanden 1989–1991 erste Prototypen für ein individuelles digital-analoges Raumklangsteuerungssystem, mit dem die Künstlerin ab 1992 installative, computergesteuerte 16- bis 24-kanalige Audio-Kompositionen im Rahmen ihres Kunstprojekts »TopoPhonien« international realisieren konnte. Für diese Pionierleistung wurde sie 1993 mit dem Siemens-Medienkunstpreis geehrt. Das Archiv des ZKM umfasst Video- und Audiodokumentationen insbesondere der historischen Klanginstallationen, Interviews mit der Künstlerin und Rundfunksendungen. Begleitende Text- und Fotodokumente kontextualisieren das Material.
Von 1998 bis 2013 arbeitete sie mit dem Komponisten und Klangkünstler Joachim Krebs (1952–2013) als Künstlerpaar <sabine schäfer // joachim krebs> (ab 2009 <SA/JO>) zusammen. Im Rahmen ihrer gemeinsamen Arbeit entwickelten sie elektroakustische Kompositionen auf der
Grundlage der »EndoMikroSonoSkopie«. Der Klang-Mikrokosmos von Vogelstimmen, Insekten und Amphibien wird in ihren Soundscapes hörbar. In ihrem Essay »Deleuze und der Sampler als Audio-Mikroskop« beschreiben sie ihre ästhetische Grundlage. Die Überführung ihrer Klangästhetik in die Lichtkunst realisierten sie zum ersten Mal mit der audiovisuellen Installation »MicroSonical Shining Biospheres No.1« (2009).
Durch eine besondere Kooperation zwischen der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe (BLB) und dem ZKM sind gemeinsamen Werke des Künstlers folgendermaßen dokumentiert. Im Archiv der BLB (Nachlass Joachim Krebs) befinden sich sämtliche Papierdokumente, darunter Originalhandschriften, während im Archiv des ZKM zahlreiche Video- und Audiodokumentationen zugänglich sind.
Ab Mitte der 2010er-Jahre entwickelte die Künstlerin, neben ihren installativen Arbeiten, klingende Bilder, sog. interaktive Grafiken mit Audio-QR-Code. Dekontextualisierte Naturfotografien sowie Rasterelektronenmikroskop-Aufnahmen von Kleinstlebewesen, gepaart mit einem schmetterlingsähnlichen QR-Code, bilden die visuelle Grundlage für diese Werke. Durch das Scannen des QR-Codes wird eine für das Bild komponiertes Soundscape hörbar. Ein Werk dieser Reihe mit dem Titel »Audio Biospheres Magenta« befindet sich in der Sammlung des ZKM.
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