Wulf Herzogenrath
Geburtsjahr, Ort
Todesjahr, Ort
Biografie
Prof. Dr. Wulf Herzogenrath (1944–2026) zählte zu den einflussreichsten Kuratoren und Kunsthistorikern für Videokunst und Bauhaus im deutschsprachigen Raum. Nach dem Studium der Kunstgeschichte, Klassischen Archäologie und Volkskunde in Kiel, Berlin und Bonn und der Promotion über Oskar Schlemmer (1970) übernahm er 1973 mit 28 Jahren die Leitung des Kölnischen Kunstvereins, den er bis 1989 prägte. 1976 richtete er dort die erste europäische Einzelausstellung Nam June Paiks aus; auf der documenta 6 (1977) und der documenta 8 (1987) verantwortete er den Bereich Videokunst. 1989 wurde er Hauptkustos der Nationalgalerie Berlin und erarbeitete das Konzept der Nationalgalerie der Gegenwart im Hamburger Bahnhof. Von 1994 bis 2011 leitete er die Kunsthalle Bremen; 2012 bis 2021 stand er der Sektion Bildende Kunst der Akademie der Künste, Berlin, als Direktor vor.
Dem ZKM war Herzogenrath seit dessen Gründungsphase verbunden: 1995 gehörte er der Jury des Siemens Medienkunstpreises an, den das ZKM gemeinsam mit dem Siemens-Kulturprogramm vergab. Auf seine Initiative geht das Projekt »40jahrevideokunst.de« (2004–2006) zurück, das unter Projektleitung des ZKM fünf Museen zur Sicherung und Vermittlung der deutschen Videokunst zusammenführte und dessen kuratorischer Auswahlkommission er angehörte.
2024 erwarb das ZKM mit Mitteln der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Karin und Uwe Hollweg Stiftung ein bedeutendes Konvolut von Werken Nam June Paiks aus der Sammlung Herzogenrath; sein umfangreiches Paik-Archiv ging als Schenkung an das ZKM über.
2024 erwarb das ZKM mit Mitteln der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Karin und Uwe Hollweg Stiftung ein bedeutendes Konvolut von Werken Nam June Paiks aus der Sammlung Herzogenrath. Sein Arbeitsarchiv zu Nam June Paik ging als Schenkung an das ZKM über.