Labor für antiquierte Videosysteme

Ein sehr alter, kleiner TV-Monitor, eine alte Videokamera und eine Fernbedienung mit integriertem Flaschenöffner

Die seit Mitte der 1960er-Jahre erschaffenen Videokunstwerke auf magnetischen Trägermedien sind durch ihre materielle Alterung akut bedroht und werden in wenigen Jahren nicht mehr lesbar sein. Durch wissenschaftliche Konservierung, Restaurierung und Digitalisierung kann dieses Kulturgut vorläufig gesichert und langzeitarchiviert werden.

Eine moderne Arche Noah für Medienkunst

Das seit 2004 bestehende Labor für antiquierte Videosysteme widmet sich der schwierigen Aufgabe, Videokunst aus den Archiven des ZKM und seiner laufenden Projekte und Ausstellungen zu bewahren.

Gerade weil sogenannte »Medienkunst« nur von wenigen Museen gesammelt wird und die Kunstwerke – seien es Installationen oder Single-Channel-Videos – oft nur in Form weniger analoger Kopien in den Museen der Welt zirkulieren, fühlt sich das ZKM dieser Herausforderung besonders verpflichtet. ZKM-Direktor Peter Weibel nennt das ZKM mit Blick auf den konservatorischen Generationenvertrag deswegen gern eine »mediale Arche Noah«.

Nachhaltige Kombination analoger und digitaler Technik

Das Labor für antiquierte Videosysteme unterhält eine Sammlung lauffähiger originaler Videogeräte der vergangenen Jahrzehnte: von den ersten Consumer-Videosystemen auf offener Spule bis hin zu heute noch aktuellen Kassettenformaten. Mit seinem Maschinenpark von mehr als 300 Geräten ist das Labor in der Lage, fast 50 gängige Videoformate hochwertig zu digitalisieren. Aufgrund der großen Fragilität der im Labor entstehenden digitalen Daten gehört deren Spiegelung zu den zentralen Aufgaben, d.h. die Daten werden kopiert und auf zeitüblichen Datenträgern an verschiedenen Orten aufbewahrt. Dennoch ersetzen die digitalen Archive die analogen Archive nicht vollständig, sie ergänzen sie vielmehr. Parallel zur Entwicklung einer Metadatenstruktur für die Datenbanken, in denen die digitalen Artefakte verzeichnet sind, setzt das ZKM auf eine präzise Museumsdokumentation, um Informationen über Inhalte in Beständen unterschiedlichster Provenienz verfügbar zu halten, rasch zu finden und gegebenenfalls miteinander zu verknüpfen.

Zur Videodokumentation der Ausstellung »RECORD > AGAIN! – 40jahrevideokunst.de«, die vom 18. Juli bis 6. September 2009 am ZKM zu sehen war…

Zur Publikation des Projekts »RECORD > AGAIN! – 40jahrevideokunst.de - Teil 2. Die Geschichte der deutschen Videokunst von ihren Anfängen in den 1960er- und 1970er-Jahren bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts«…

Zur Videodokumentation der Ausstellung »Wolf Kahlen: VideoTapes 1969–2010«, die vom 03. Juli bis 26. September 2010 am ZKM zu sehen war…

Zur Videodokumentation der Ausstellung »Vidéo Vintage 1963-1983«, die vom 22. September 2012 bis 10. Februar 2013 am ZKM zu sehen war…

ZKM | Karlsruhe
Wissen – Sammlung, Archive und Forschung

Lorenzstraße 19
76135 Karlsruhe
Deutschland

Kontakt

ZKM | Labor für antiquierte Videosysteme
Ansprechpartnerin: Dorcas Müller
Tel: +49 (0) 721-8100/1864
E-Mail: lavs@zkm.de