Simon Ingram

Radio Painting Station: Looking for the Waterhole

aktuell ausgestellt

Radio Painting Station: Looking for the Waterhole
Künstler/in / Künstlergruppe
Simon Ingram
Titel
Radio Painting Station: Looking for the Waterhole
Kategorie
Malerei, computergeneriert, Installation
Material / Technik
4 Gemälde, die mit Hilfe eines computerkontrollierten Malapparats hergestellt wurden; Öl auf Leinwand; Herstellungstechnik: selbstkonstruierter Malapparat (Kontrolle eines Pinsel auf der X/Y-Achse mit 2 Freiheitsgraden); Computer: Compaq Desktop-PC, Betriebssystem: Windows 7 (32 bit), Programmiersprache: Individualsoftware PaintACell (C#, Lisp like code), Radio Astronomie Supplies SpectraCyber (C); andere technische Elemente: Hornantenne, SpectraCyber 1420 MHz/21 cm Frequenzempfänger
Maße / Dauer
4 Gemälde je 155 x 155 x 2,5 cm, Antenne 430 x 189 x 145 cm, Installationsmaß variabel
Sammlung
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe
Beschreibung

In der Installation »Radio Painting Station: Looking for the Waterhole« des neuseeländischen Künstlers Simon Ingram geht es um die Materialisierung unsichtbarer kosmischer Energie: »Ich wollte das Thema der Darstellung höherer oder unsichtbarer Kräfte neu positionieren, indem ich mit technischen Methoden unsichtbare kosmische Radioenergie male.«[1]



Vier quadratische Leinwände, die konzentrische Formen, Kreise und Quadrate in schwarzer Farbe zeigen, sind das Ergebnis Ingrams Studie. »Radio Painting Station: Looking for the Waterhole« visualisiert einen Teil der kosmischen Strahlung über Karlsruhe. Im Fokus der Beobachtung steht die Wasserstofflinie – in der Astronomie eine Bezeichnung für die Radiostrahlung des neutralen Wasserstoffs. Diese Strahlung kann Informationen über die Dichteverteilung, Geschwindigkeit und Temperatur von Wasserstoffatomen im Universum geben. Der Begriff »water hole« [Wasserloch] wird im Kontext der Suche nach intelligentem außerirdischem Leben – kurz SETI (Search for Extraterrestrial Intelligence) – verwendet, um den Frequenzbereich zu bezeichnen, der am ehesten Leben ermöglicht.



Um die Informationen aus dem All zu empfangen, die von den Malrobotern in Gemälde umgesetzt werden, montierte Ingram im Dezember 2017 am Kubus des ZKM | Karlsruhe eine 4,5 Meter lange Hornantenne. Sie empfing und protokollierte Energie auf der Frequenz von 1420 Megahertz. Die aufgenommenen Signale wurden über ein Kabel an den Computer im Kubus geleitet. Eine Software wandelte diese Daten in Bewegungsbefehle um, die vier Pinsel steuerten, vom Eintauchen in die Farbtöpfe zur Bewegung auf der Leinwand. Die Gemälde sind eine Dokumentation kosmischer Energie.





[1] Gow Langsford Gallery, »Simon Ingram at ZKM, Germany«, gowlangsfordgallery.co.nz (21. Dezember 2017). https://www.gowlangsfordgallery.co.nz/artists/simon-ingram/news. Übersetzt aus dem Englischen.

AutorIn: Hannah-Maria Winters

Über den/die Künstler/in