respectively, Peter Weibel. Art as an Act of Cognition
Eine Fotomontage aus drei Streifen, sie zeigt das Portrait von Peter Weibel in jung und alt.
National Museum of Modern and Contemporary Art (MMCA), Seoul, Südkorea
Fr, 03.02.2023 – So, 14.05.2023

Die Ausstellung »respectively, Peter Weibel. Art as an Act of Cognition« gibt einen Einblick in das Werk des international bedeutenden Medien- und Konzeptkünstlers Peter Weibel (*1944), dessen Leistungen als Künstler, Kurator und theoretischer Denker die Entwicklung der Medienkunst seit den 1960er-Jahren entscheidend beeinflusst haben.

Elf thematische Kapitel präsentieren eine Auswahl von Peter Weibels wichtigsten Werken, die von Aktionen und Performances, Fotografie, der Auseinandersetzung mit Sprache, Schrift und Poesie über Filme und Videos bis hin zu Expanded Cinema und computerbasierten Installationen reichen.

Anhand einer Vielzahl von Medien und Praktiken erforscht Peter Weibel immer wieder Themen wie die Mechanismen der Wahrnehmung und des Denkens, die Eigenwelt der Apparate, die Krise der Repräsentation und des Betriebssystems Kunst sowie die Beziehung von Kunst, Politik und Ökonomie. Seine bahnbrechenden Werke, die heute zu den Ikonen der Medienkunst zählen, nahmen entscheidende Entwicklungen in der Kunst des ausgehenden 20. und 21. Jahrhunderts vorweg und stellten konventionelle Vorstellungen von Kunst radikal in Frage. Unter den Bedingungen des medialen Zeitalters hat Weibel seit den 1960er-Jahren ein Werk geschaffen, das künstlerische Kreativität konsequent als offenes Handlungsfeld zu denken wagt.

Ausgehend von seiner intensiven Auseinandersetzung mit Sprachtheorie, der Mathematik und der logischen Philosophie entwickelte er ab 1964 eine künstlerische Sprache, die ihn zunächst von der visuellen Poesie und experimentellen Literatur zur Performance und der Dekonstruktion filmischer Darstellung führte. Bereits mit seinem Frühwerk hat Peter Weibel die gesamte Bandbreite der apparativen Künste abgeschritten und die komplexe Frage nach der ontologischen Differenz zwischen Abbildung und Wirklichkeit gestellt.

Ab 1966 wendete er in seinen Werken partizipatorische und interaktive Praktiken an, die 1969 zu Closed-Circuit-Videoinstallationen und den ersten interaktiven Computerinstallationen in den 1980er-Jahren führten, mit denen er das Verhältnis von Medien und der Konstruktion von Wirklichkeit thematisiert. Als politischer Künstler entwickelt Weibel in seinem Werk auf Grundlage technischer Innovationen die Vision gesellschaftlicher und individueller Freiheit.

Peter Weibel ist ein Nomade zwischen Kunst und Wissenschaft, der seine Problemstellungen bis heute konsequent in unterschiedlichen Materialien, Formen und Techniken verfolgt. Mit logischer Stringenz hat er als Konstrukteur von Welten ein künstlerisches Werk geschaffen, das von der Wahrnemungskritik über die Sprachkritik und Medienkritik bis hin zur Wirklichkeitskritik führt. Mit seinem „Glauben an die heilende Macht der logischen Behandlung“ (Peter Sloterdijk) liefert uns der Kurator, Theoretiker und vor allem Künstler Peter Weibel ein Rüstzeug an die Hand, um gegen jegliche Form simplifizierender Erklärungsmodelle der Welt gewappnet zu sein. Kunst bei Peter Weibel ist ein Erkenntnisprozess.

Die Ausstellung »respectively, Peter Weibel. Art as an Act of Cognition« im National Museum of Modern and Contemporary Art (MMCA) in Seoul (Südkorea) wird in Zusammenarbeit mit dem ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe (Deutschland) realisiert und basiert auf der Ausstellung »respectively, Peter Weibel«, die anlässlich des 75. Geburtstags von Peter Weibel 2019 / 2020 im ZKM gezeigt wurde. Peter Weibel ist seit 1999 künstlerisch-wissenschaftlicher Vorstand des ZKM.

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