Emilie Luise Friederika Mayer

Feminale der Musik

Portrait der Komponistin Emilie Mayer

Im Gegensatz zu anderen Komponistinnen, ist sie nicht in eine Musikerfamilie hineingeboren, sondern die Tochter eines Apothekers. Ihre früheren Werke umfassen Lieder und Gesänge, die wahrscheinlich für den Gebrauch der Hausmusik gedient haben. 

Emilie Luise Friederika Mayer wird am 14. Mai 1812 in Friedland (Mecklenburg) geboren. Ihren ersten Klavierunterricht erhielt Emilie Mayer durch einen namentlich nicht genannten Organisten aus Stettin, später war sie von 1841 bis 1847 Schülerin von Carl Loewe. Dieser erkannte Mayers Begabung und schickte sie nach Berlin. Dort setzte sie ihr Studium bei dem Musiktheoretiker und Komponisten Adolf Bernhard Marx sowie ihren Instrumentalunterricht bei Wilhelm Wiprecht fort. Ihre Werke wurden vielerorts zu Lebzeiten aufgeführt, u.a. in Brüssel, Lyon, Dessau, Leipzig und München. Außerdem erhielt sie von Königin Elisabeth von Preußen nach einem Konzert in Berlin einen Orden und im Jahr 1855 erfolgte die Ernennung zum Ehrenmitglied der Philharmonischen Gesellschaft in München. 

Am 10. April 1883 starb die Komponistin in Berlin und hinterließ Werke zahlreicher Gattungen, hierzu zählen Sinfonien, Ouvertüren, ein Singspiel nach Goethe, ein Klavierkonzert, Streichquintette und -quartette, Klavierquartette, Klaviertrios, Sonaten für Klavier und Violine, Sonaten für Klavier und Violoncello sowie zahlreiche Klavierwerke und Lieder. Stilistisch ist in ihrem frühen Œuvre der Einfluss Beethovens zu spüren, besonders bei den Streichquartetten, die zwischen 1855 und 1858 entstanden sind, weswegen die frühen Werke der Klassik zuzuordnen sind. 

Die »Neue Berliner Musikzeitung« schreibt in der Rubrik »Musikalische Revue«: »Erwägt man, dass die strengeren Formen der Instrumentalmusik und die der Fuge männlicher Kraft selbst zu schaffen machen, so wächst das Außerordentliche. Bisher hat Frauenhand höchstens ein Lied überwunden […] aber ein Quatuor und gar eine Symphonie mit all den Künsten im Satze und in der Instrumentation – dies möchte als ein besonderer, höchst seltener Fall gelten können. […]. [Die Werke sind] gesunde, frisch geschriebene an dieses und jenes Vorbild, besonders an Mozart und Rossini sich anlehnende, recht einnehmende Sätze, welche von vieler Schreibfertigkeit und von sicherer Beherrschung des vorhandenen Stoffes […] zeugen […]. Was weibliche Kräfte, Kräfte zweiter Ordnung vermögen – das hat Emilie Mayer errungen und wiedergegeben.« (Neue Berliner Musikzeitung 4, 1850, S. 138)

Bis heute ist nur ein Teil ihrer Werke überhaupt veröffentlicht.

Musikstücke


Sinfonie Nr. 4, Finale presto ab Minute 29:30, veröffentlicht durch Gunnar Frederikson: Neubrandenburger Philharmonie dirigiert von Stefan Malzew.

Faust-Ouvertüre, veröffentlicht durch Bom Cabedal und eingespielt von der Neubrandenburger Philharmonie unter dem Dirigat von Stefan Malzew.

Cello-Sonate Nr. 4 D-Dur op. 47, veröffentlicht durch 1musikpensionaer und gespielt von Thomas Blees (Violoncello) zusammen mit Maria Bergmann (Klavier) aus »Musik für Violoncello und Klavier von Komponistinnen des 19. Jahrhunderts«.

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