Dieter Jung

Motion in Space - Space in Motion

1987

Motion in Space - Space in Motion
Künstler/in / Künstlergruppe
Dieter Jung
Titel
Motion in Space - Space in Motion
Jahr
1987
Kategorie
Holografie, Holographisches Stereogramm
Material / Technik
4 computergenerierte holographische Stereogramme, 4 Podeste
Maße / Dauer
je 112 x 140 cm
Sammlung
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe
Beschreibung

Vier transparente Scheiben sind im Ausstellungsraum auf Sockeln montiert und nebeneinander vor einer Wand angeordnet. Tritt man direkt vor eine rechteckige Scheibe, wird ein Hologramm sichtbar. Dieses scheint aus geometrischen Farbflächen zu bestehen, welche sich überlagern, sodass eine optische Illusion von Dreidimensionalität entsteht. Beginnt man, sich zu bewegen, wird das statische Hologramm ebenfalls in Bewegung versetzt: Die Farbflächen drehen sich um ihre Achse. Dabei bestimmt die eigene Bewegungsgeschwindigkeit auch die Schnelligkeit der rotierenden Farbflächen. »Stellen Sie sich vor ein Hologramm, und versuchen Sie, nichts zu tun – es geht nicht.« [1]



Das Verfahren basiert auf einer Computeranimation, die ohne fotografische Vorlage funktioniert. Zuvor wurden für Hologramme reale Objekte abgelichtet, wobei eine stabile und gleichmäßige Ausleuchtung im Labor wichtig war. Mit den damaligen neuen Technologien wurde diese Prozedur durch eine virtuelle Animation am Computer ersetzt. Dieter Jung entwickelte diese Technologie zwischen 1985 und 1989 in enger Zusammenarbeit mit WissenschaftlerInnen des von Otto Piene geleiteten Center for Advanced Visual Studies (CVAS) am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge.



Darüber hinaus wird in »Motion in Space – Space in Motion« der Bezug auf die Lichtkünstler der 1950er-Jahre deutlich. Mit dem Prinzip der Rotation verweist Jung auf die Protagonisten der Künstlergruppe ZERO, Otto Piene und Heinz Mack. Seine Bewegungshologramme thematisieren den Wahrnehmungsprozess und ermöglichen zudem, durch die Bewegung den virtuellen Raum zu erfahren – von Dieter Jung auch als vierte Dimension beschrieben. [2]





[1] Dieter Jung, »Im Rausche des Lichts: Dieter Jung im Gespräch über Holografie und das ZKM | Karlsruhe«, in »Das ZKM Karlsruhe: die Anfänge der Zukunft«, Hg. Rolf Funck, Michael Heck und Peter Weibel (Paderborn: Fink, 2014), S. 214–224, hier S. 221.

[2] Victoria Lu, »Flying Colors, Moments of Seeing. The World of the Techno-Art of German Artist Dieter Jung«, in »Flying Colors, Moments of Seeing. Dieter Jung«, Ausst.-Kat., Hg. Lynne Ni (Shenzhen: The OCT Art & Design Gallery, 2010), S. 101.

AutorIn: Hannah-Maria Winters

Über den/die Künstler/in