Wilhelmine von Bayreuth

Feminale der Musik

Gemälde der Komponistin Wilhelmine von Bayreuth

»Nichts bereitet mir mehr Vergnügen als eine schöne Oper. Die lieblichen Klänge der menschlichen Stimme dringen mir mitten ins Herz.« – Wilhelmine von Bayreuth in einem Brief an Friedrich II.

Wilhelmine von Bayreuth wurde am 3. Juli 1709 in Berlin geboren. Sie ist die älteste Tochter des preußischen »Soldatenkönigs« Friedrich Wilhelm I. und der Königin Sophie Dorothea von Hannover. An den Fürstenhöfen ihrer Zeit gehört Musik zur standesgemäßen Beschäftigung einer Frau. Wilhelmine erhält daher bereits als Kind eine gründliche musikalische Ausbildung, sie lernt vor allem Cembalo und Laute zu spielen und tritt regelmäßig bei Hofkonzerten auf. Mit ihrem Bruder Friedrich dem Großen verbindet Wilhelmine ein lebenslanges, enges Verhältnis, das in einem umfangreichen Briefwechsel dokumentiert ist, in dem sich beide intensiv über musikalische Themen austauschen.

Verheiratet ist Wilhelmine mit dem Markgrafen Friedrich von Brandenburg-Bayreuth. An seinem Hof widmet sich Wilhelmine weitreichenden Aufgaben: Unter ihrer Leitung entwickelt sich Bayreuth zu einem führenden Zentrum italienischer Opernmusik in Deutschland. Sie ist in engem Kontakt mit italienischen Opernzentren, sie gestaltet den Spielplan, stellt Musiker an, kauft Musikinstrumente, lädt Ensembles ein, eine Bibliothek mit einer großen Sammlung von Operntextbüchern entsteht, und nicht zuletzt baut sie das neue Markgräfliche Opernhaus.

In Bayreuth beginnt Wilhelmine auch, eigenen Kompositionsunterricht zu nehmen. Ihre bedeutendste erhaltene Komposition ist die Oper Argenore, die 1740 zum Geburtstag ihres Mannes entsteht und für die Wilhelmine neben der Musik auch die Textvorlage verfasst. In einem Brief an ihren Bruder Friedrich sieht Wilhelmine sich als Vorreiterin und hofft, dass die Musiker ihre Komposition mit Wohlwollen behandeln werden, da ja sich »Frauen mit derartigen Dingen bisher noch nicht befasst haben.« Sie starb am am 14. Oktober 1758 in Bayreuth.

Musikstücke

Arie der Palmide ‚Quell´orror’ aus der Oper »Argenore« veröffentlicht durch Doerthe Maria Sandmann: Ensemble »Batzdorfer Hofkapelle« unter der Leitung von Jan van Slageren, Doerthe Maria Sandmann, Sopran

Sonate für Flöte, Gambe und Basso continuo a-Moll, veröffentlicht durch und gespielt vom Ensemble PAN HARMONIA: Gail Ann Schroeder, Gambe, Kate Steinbeck, Flöte, Barbara Weiss, Cembalo aufgenommen am 20. September 2018 in The Haen Gallery, Asheville, NC.

Konzert für obligates Cembalo und Streicher g-Moll, veröffentlicht durch TCU School of Music, gespielt vom Collegium Musicum TCU mit dem Solisten Dawen Li unter der Leitung von H. Joseph Butler.

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