Anny Öztürk: Superheroes
22.03.2002 – 28.03.2002
In ihrer Arbeit »Superheroes« schafft sich Anny Öztürk eine Fantasiewelt, die inspiriert ist von Figuren aus Fernsehsendungen und Comicstrips. In dieser Welt nimmt sie optionale Identitäten an, fiktive Rollen, die sie immer zur Superheldin, die sich ihre geheimsten Wünsche erfüllen kann, werden lassen. Vorbilder aus der Medienwelt und Produkte der Werbung sind die Projektionsfläche ihrer Rollenspiele.
 
In bunten poppigen Zeichnungen kreiert sie sich eine fröhlich farbige Ersatzwelt, die bevölkert wird von Personen aus ihrem realen Lebensumfeld. Freunde und Bekannte werden zu »Superheroes«, zu einem Porsche fahrenden »Fasttrackman« oder zu »Frog« im grünen Tarnkostüm. Neben diesen Superhelden ihres realen Alltags wird auch Anny Öztürk selbst zur Superheldin. Beispielsweise als »Pantherwoman« erträumt sie ein gemeinsames Leben mit einem ihrer männlichen Begleiter.
 
Persönliche Erinnerungen und Erlebnisse vermischen sich mit phantastischen Geschichten. Natürlich besitzen die Superhelden in Öztürks Fantasiewelt auch Superkräfte, die sie bei Heldentaten einsetzen, aber auch, um in der Gesellschaft und im Berufsleben bestehen zu können. Anders als in den Comics legen die Superhelden in Öztürks imaginierter Welt ihre Kostüme nie ab, sie verkleiden sich nicht, sondern treten in jeder Situation als Superhelden auf. In der Fantasiewelt ist alles verfügbar, bunt und schön. Auch Alltagsgegenstände können zu Superhelden werden. Turnschuhe und Kleidungsgegenstände, Fetische der Jugendkultur und Indizien für die Zuordnung zu einer Gruppe oder Szene, schaffen ein Profil, das Wertvorstellungen nach außen repräsentiert. „Das wichtigste im Leben ist ein angemessenes Outfit und tolle Schuhe“, ist das Credo eines ihrer Superhelden. Dieses Statement auf einigen ihrer Zeichnungen verweist auf die Markenbewusstheit und Konsumorientiertheit unserer heutigen Welt.
 
Fantasiewelt und reale Lebenswirklichkeit werden in den Zeichnungen der »Superheroes« durch die Vermischung von realen Vorbildern und erfundenen Figuren miteinander verschränkt. Ergänzt werden die Zeichnungen durch Objekte, die direkt aus dieser Fantasiewelt zu stammen scheinen.
 
 
 
Anny Öztürk geboren 1970 in Istanbul; lebt und arbeitet in Frankfurt am Main; Ausstellungen (Auswahl): 1999 »Hitchcock«, Kunsthalle Tirol, Hall; 2000 »dynamo.eintracht«, Frankfurt am Main und Dresden; »Evelyn Forum-1822«, Frankfurt am Main; »I love you too, but«, Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig; »Man muss ganz schön viel lernen...«, Frankfurter Kunstverein; 2001 »Heimaten«, Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig.

Mitwirkende