Call me ISTANBUL – Dokumentarfilmprogramm III
Mi, 30.06.2004, 18:00 Uhr CEST

»Gecekondu« [Über Nacht gebaut]
Ebru Karaca und Anja Hansmann, Deutschland 2003, 41 min
Gecekondu, eine Phänomen Istanbuls seit den 50er Jahren: Binnenmigranten bauen in einer Nacht Behausungen aus einfachsten Materialien, die schnell zu ganzen Stadtvierteln heranwachsen. Die Siedlungen existieren zwischen staatlicher Duldung und Illegalität; nur die gewachsenen Strukturen der Selbstorganisation sichern ihren Bestand.
Sonderpreis der LZ für politische Bildung Rheinland-Pfalz 2003

»Cikmaz« [Sackgasse]
Ebru Karaca und Anja Hansmann, Deutschland 2003, 41 min
Das Porträt einer Straße im ehemaligen multi-ethnischen Viertel Samatya in Istanbul, in den die griechische und armenische Bevölkerung nach den Progromen 1955 abwanderte. Der Film schildert vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Umbrüche die Entfremdung und Vereinsamung, die aus dem Konflikt zwischen den alteingesessenen nicht-muslimischen Bewohnern und neuen Binnenmigranten entstanden ist.
Spezialpreis der Jury Filmfestival Nürnberg 2004

»Mübadele« [Vertrieben für Frieden]
Osman Okkan und Simone Sitte, Deutschland 2003, 55 min
Nach dem ersten Weltkrieg mussten die griechische Bevölkerung in der Türkei und die Türken in Griechenland ihre Heimatorte im Rahmen eines »Bevölkerungsaustausches« verlassen. Es war die erste international organisierte Zwangsumsiedlung der Menschheitsgeschichte. Der Film begleitet Zeitzeugen bei ihrer Spurensuche, u.a. mit Mikis Theodorakis und Yasar Kemal.
Spezialpreis der Jury Filmfestival Nürnberg 2004

Organisation / Institution
ZKM

Begleitprogramm