Leonhard Koppelmann: Die Juden - Gotthold Ephraim Lessing
Ein orangenes Quadrat mit Augen auf blauem Hintergrund. Rechts und links davon kleinere Quadrate
ARD Hörspieltage 2016
Do, 10.11.2016, 16:00 Uhr CET

Lessings Stück »Die Juden«, ein »Lustspiel in einem Aufzuge«, geschrieben 1749, thematisiert Antisemitismus und das Verhalten einem »Fremden« gegenüber. Neu und kühn ist, wie Lessing seine Hauptfigur zeichnet. Zum ersten Mal in der Geschichte des Theaters betritt die Figur eines positiv gezeichneten Juden die Bretter des Welttheaters. Lessing schrieb das Stück mit 20, es gilt als Vorstufe und komisches Gegenstück zu »Nathan, der Weise«. Vor mehr als 260 Jahren geschrieben, berichtet das Stück von einer bitteren Tatsache: Dass es gegen die Aufklärung und ihr Ziel, das allgemein Menschliche als Wesentliches unseres Seins zu verstehen, immer wieder Versuche gab und gibt, Differenzen zu konstruieren und zu behaupten.

Leonhard Koppelmann, 1970 in Aachen geboren. 1991 Beginn der Arbeit als Autor für den Hörfunk, bald darauf erste Regiearbeiten. Bis dato über zweihundert Hörspielinszenierungen, zuletzt u.a. Frank Witzel »Die Erfindung der RAF…«. Auszeichnungen u.a.: 2004 »Hörspiel des Jahres«, Akademie der darstellenden Künste. Von 1991 bis 1995 Studium der Theaterregie, Universität Hamburg. Von 1995 bis 1998 Engagement am Thalia Theater Hamburg. 1996 Inszenierung: »Die Juden« von G. E. Lessing (dafür ausgezeichnet mit dem Gertrud-Eysoldt-Preis als bester Nachwuchsregisseur). Zuletzt Inszenierungen am Schauspielhaus Düsseldorf, am Staatstheater Mainz, am Staatsschauspiel Dresden und wieder am Thalia Theater Hamburg. Regelmäßig arbeitet er auch mit der Verschränkung von Theater- und Hörspielformen. Sein letztes Live-Hörspiel »Bastian Pastewka und der Fall Paul Temple«, das 2013 hier bei den ARD Hörspieltagen aus der Taufe gehoben wurde, gastierte in über 40 Städten vor insgesamt fast 50.000 Gästen.

Mit: Michael Maertens, Cornelius Obonya, Peter Matic, Pippa Galli, Brigitte Karner, Karl Markovics, Thomas Mraz Bearbeitung und Regie: Leonhard Koppelmann Musik: Peter Kaizar Produktion: ORF/NDR 2016 Länge: 54‘30‘‘

Begleitprogramm