Tony Conrad

Geburtsjahr, Ort
1940, Concord, New Hampshire
Todesjahr, Ort
2016, Cheektowaga, New York), Vereinigte Staaten
Rolle am ZKM
Künstler/in der Sammlung
Biografie

Tony Conrads künstlerisches Schaffen lässt sich nicht unter einem Begriff subsumieren. Am bekanntesten ist er sicherlich als Musiker und Filmemacher, doch ist er auch Maler, Video- und Performancekünstler, und zugleich durch umfangreiche Schriften und Lehrtätigkeiten Vermittler seines Wissens.

Als Violinist gehört er zu den Begründern der Minimal Music, die als Pendant zur Minimal Art in den 1960er Jahren entsteht. Inspiriert durch Jack Smith, Pionier des New Yorker Underground Films, und Beverly Grant, seiner ersten Frau, wendet er sich dem Film zu und realisiert mit The Flicker ein Hauptwerk des Strukturellen Films: Der Wechsel von dunklen und hellen oder farbigen Bildern mit unterschiedlicher Frequenz ist häufiges Stilmittel solcher Experimentalfilme.
Über die Jahre entstehen Filme wie Coming Attraction, Straight and Narrow [beide 1970] oder Articulation of Boolean Algebra for Film Opticals [1975] und Videos wie Phonograph und Cycles of 3's and 7's [beide 1977], Hail the Fallen [1981] und In Line [1986]. Während die Filme primär perzeptive Probleme behandeln, bedient er sich in seinen Videoarbeiten oft narrativer Strukturen. In den 1970er Jahren beginnt Conrad sich stärker mit soziokulturellen Machtstrukturen zu befassen. Mit seiner Lehrtätigkeit ab 1976 am Department of Media Study der State University of New York at Buffalo [SUNY, Buffalo], wo er bis heute unterrichtet, gewinnt die Auseinandersetzung mit Kontroll- und Autoritätsstrukturen für ihn zunehmend an Bedeutung. Conrad wurde durch sein Verlassen der formalen, modernistischen Tradition, zu deren Meistern er in den 1960er Jahren gehörte, für viele Medienkünstler einer jüngeren Generation [z.B. Tony Oursler, Mike Kelley] zu einer zentralen Leitfigur.