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Daniel Temkin: Forty-Four Esolangs. The Art of Esoteric Code
Lesung
Fr, 06.02.2026 18:00 – 19:30 Uhr CET
Was geschieht, wenn Programmiersprachen nicht auf Funktionieren und Effizienz, sondern auf Irritation und Reflexion zielen oder wie Poesie wirken? In seiner 2025 bei The MIT Press erschienenen Publikation »Forty-Four Esolangs: The Art of Esoteric Code« versammelt der Künstler Daniel Temkin sogenannte »esoterische Programmiersprachen« – radikale Experimente an den Grenzen dessen, was Code sein kann.
Temkins Esolangs fordern Programmierer dazu auf, Code etwa auf der Basis von Musik, Fotografie oder Skulptur, in Form von Gebeten an die griechischen Götter, auf Grundlage von biologischen, geologischen oder astronomischen Prozessen oder als Muster leerer Ordner zu schreiben. Sie können kollaborativ sein oder poetische Anregungen in der Tradition der Fluxus-Bewegung. Temkin hinterfragt damit herkömmliche Definitionen von Sprache, Code und Computer und zeigt das Potenzial von Esolangs als Ideenkunst auf.
»Forty-Four Esolangs« wirft Fragen zum Verhältnis zwischen Code, menschlicher Kreativität und künstlicher Intelligenz oder zum Nutzen von künstlerischen Programmiersprachen auf. Es lenkt den Fokus auf die Agency, die Materialität, die sozialen Kontexte sowie die politische Dimension von Programmiersprachen.
Daniel Temkin stellt seine 2025 bei The MIT Press erschienene Publikation mit anschließender Diskussion vor.
Daniel Temkin (*1973, Boston) beschäftigt sich mit Fotografie und Computerkunst. 2011 startete er den blog und das Forschungsprojekt »esoteric.codes«, für das er ein Stipendium von ArtsWriters.org von Creative Capital und der Warhol Foundation sowie eine Residency im New Museum erhielt. Temkins publiziert in Zeitschriften wie »Hyperallergic«, »Leonardo« oder »Digital Humanities Quarterly«. Er war Artist-in-Residence bei Pioneer Works, Harvestworks und Signal Culture und stellte unter anderem im Whitney Museum, Museau do Chiado, Haus der elektronischen Künste und dem ZKM aus.