Lutz Dammbeck

Seek II

2007

Künstler:in / Künstlergruppe
Lutz Dammbeck
Titel
Seek II
Jahr
2007
Kategorie
Installation
Computerbasiert
Material / Technik
Installation, Archivalien
Maße / Dauer
Installationsmaß variabel
Sammlung
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe
Beschreibung
Der in Leipzig geborene Maler, Grafiker und Filmemacher Lutz Dammbeck beginnt ab 1999 sich mit Computern, insbesondere deren Historie zu beschäftigen. Grund hierfür war sein Ruf an die Dresdner Hochschule für Bildende Künste, wo er eine Meisterklasse für „Neue Medien“ ins Leben rief. Bei dem im Jahre 2007 entstandenen Werk »Seek II« handelt es sich um eine Reproduktion der Versuchsanordnung »Seek«, welche 1970 von einer Studentengruppe am M.I.T. konzipiert wurde. Nach mehr als 35 Jahren greift Lutz  Dammbeck zusammen mit einem Team diese Idee wieder auf. Inzentiv wirkten bei diesem Projekt die Neugier auf einen durch Zeit veränderten Blickwinkel, sowie der Wille sonst von Zahlen beherrschte Felder der Wissenschaft zu visualisieren. Im Rahmen dieser Arbeit bringt er eine dreiteilige Videodokumentation heraus, welche den Aufbau des Projekts, eine Ausstellung und die Präparation einer bei der Ausstellung verstorbenen Wüstenrennmaus, zeigt. Bei dem im ZKM ausgestellten Werk handelt es sich um eine im Jahr 2021 erneuerte Fassung, in welcher sich Lutz Dammbeck und sein Team »Seek II« der ursprünglichen Arbeit am M.I.T. weiter angenähert haben. Die kybernetische Installation besteht aus einer in Glas eingeschlossenen Metallwürfelstadt, die von mongolischen Wüstenrennmäusen bewohnt wird. Ihr Habitat beruht auf einem spezifischen Grundriss, jedoch agieren die Mäuse gestalterisch, in dem sie ihren Lebensraum umformen, wobei ihr Verhalten von einer eigens entwickelten Computersoftware ausgewertet wird. Es entsteht der Versuch der Maschine, allgemeingültige Vorhersagen über das arbiträre Zukunftsverhalten der Mäuse zu treffen, damit der Roboterarm, welcher über der Stadt schwebt, die originäre Fassung dieser wiederherstellen und dem Verhalten der Mäuse proaktiv entgegenwirken kann. Lutz Dammbeck schafft es mit seiner künstlerischen Arbeit eine dystopische Zukunft zu suggerieren, in welcher der Mensch stellvertretend für die Mäuse eingesetzt werden kann.

Autor:in

Lara
Mainzer

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