Dieter Krieg

Geburtsjahr, Ort
1937, Lindau, Deutschland
Todesjahr, Ort
2005, Quadrath-Ichendorf, Deutschland
Rolle am ZKM
Künstler/in der Sammlung
Biografie
Dieter Krieg wurde 1937 in Lindau/Bodensee geboren. Von 1958 bis 1962 studierte er an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei HAP Grieshaber und Herbert Kitzel. Er erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, wie bereits 1966 den Deutschen Kunstpreis der Jugend für Malerei und 1989 den Internationalen Kunstpreis des Landes Vorarlberg. Er hatte verschiedene Lehraufträge wie 1971/72 einen Gastlehrauftrag an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und 1975/76 an der Städelschule in Frankfurt/M. Seit 1978 ist er Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Er lebt in Quadrath-Ichendorf.

Dieter Krieg beginnt nach Anfängen in der tachistischen Formensprache Mitte der sechziger Jahre in seiner Malerei den Menschen als Torso, meist ohne Kopf in diversen Sitzgelegenheiten, darzustellen. Bis Mitte der siebziger Jahre werden die von ihm geschaffenen Bildzyklen und -serien thematisch von unspektakulären Alltagsgegenständen wie Stangen oder Hosen beherrscht. Mitte der siebziger Jahre taucht Farbe in der von Schwarzweiß-Tönen dominierten Malerei auf, und zu den banalen, zur Bildwürdigkeit erhobenen Objekten kommt Erfundenes hinzu. Die Malhandlung an sich wird durch den spontanen expressiven Malgestus und den Einsatz von Kratz- und Schabtechniken auf mehreren pastosen Farbschichten zum Thema und lässt die stark vergrößert dargestellten Objekte fremd erscheinen. Neben den Arbeiten mit Acryl- und Ölfarbe setzt Krieg auch Bleistift, Kohle, Gouache und Aquarell auf Papier ein. Die seit Mitte der siebziger Jahre häufig in den Darstellungsgegenstand
hineingeschriebenen Wörter der Alltagssprache oder literarische Zitate lassen 1993 die Schrift zum dominierenden darstellerischen Element ohne semantische Wichtigkeit werden, auch wenn Sätze und Wortfragmente Inhalte transportieren. Mit seinen jüngeren Arbeiten will Krieg die Malerei technisch erweitern, indem er Farbmassen zwischen Leinwand und Glas presst.

Einzelausstellungen (Auswahl)

1966 Badischer Kunstverein, Karlsruhe
1967 Galerie Der Spiegel, Köln
1970 Württembergischer Kunstverein, Stuttgart
1972 Kunsthalle Darmstadt
1973 Galerie Regio, Basel
1983 »Dieter Krieg: Bilder 1966-1983«, Von der Heydt-Museum, Kunst- und Museumsverein, Wuppertal, anschließend Badischer Kunstverein, Karlsruhe
1991 »Bilder 1986-1990«, Kunstmuseum Düsseldorf; »Bilder - Grafik«, Marburger Universitätsmuseum für Bildende Kunst, Marburg
1991 »Dieter Krieg«, Gesellschaft der Freunde junger Kunst, Baden-Baden; »Bilder: Malerei auf Papier. Radierungen«, Manus Presse, Stuttgart
1992 »Neue Bilder«, Galerie Wolfgang Gmyrek, Düsseldorf
1993 »Neue graphische Arbeiten«, Gmyrek Graphik, Düsseldorf; »Ausstellung anlässlich der Verleihung des Hans-Thoma-Preises«, Hans-Thoma-Museum, Bernau
1994 Freundeskreis Wilhelmshöhe, Ettlingen; »Allen Malern herzlichen Dank«, Klanginstallation, Neues Museum Weserburg, Bremen
1995 »Dieter Krieg: Bilder«, Kunstverein Eislingen; »Dieter Krieg: Fortuna, Knapsack, Hürth, Grevenbroich«, Galerie Wolfgang Gmyrek, Düsseldorf
1996 »Bilder, Bilder auf Papier, Radierungen«, Galerie Manus Presse, Stuttgart; »Zeichnungen«, LG Galerie, Landesgirokasse Stuttgart; »Vorhänge«, Galerie der Stadt Stuttgart; »Kontraste: Dieter Krieg, Linhard von Monkiewitsch, Timm Ulrichs«, Galerie Simon, Hannover; »Neue Arbeiten«, Kunstverein Augsburg, Toskanische Säulenhalle, Zeughaus Augsburg
1997 »Dieter Krieg: sun side up«, Galerie Simon, Orangerie, Hannover-Herrenhausen
 
Gruppenausstellungen (Auswahl)
 
1966 »Deutscher Kunstpreis der Jugend: Malerei«, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden
1967 »Wege 1967«, Museum am Ostwall, Dortmund; »Kunst der Bundesrepublik Deutschland«, Prag, anschließend Brünn, Bratislava; 5. Biennale de Paris, Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris
1969 »14 x 14«, Staatliche Kunsthalle, Baden-Baden
1970 »Jetzt: Künste in Deutschland heute«, Josef-Haubrich-Kunsthalle, Köln; »Die Handzeichnung der Gegenwart«, Staatsgalerie Stuttgart; »3. Internationale der Zeichnung«, Institut Mathildenhöhe, Darmstadt
1971 São Paulo Bienal, São Paulo; 7. Biennale de Paris, Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris
1975 »Contemporary German Art«, Melbourne
1977 documenta VI, Kassel
1978 Biennale di Venezia, Venedig
1981 »Hartmann, Krieg, Kristiansen, Vogt«, Von der Heydt-Museum, Wuppertal
1985 »German Art 1945-1985«, Taipei Fine Arts Museum Centre, Taipei
1988 »Refigured Painting. The German Image 1960-1988«, Toledo Museum of Art, Toledo/Ohio, anschließend Solomon R. Guggenheim Museum, New York
1989 »Neue Figuration: Deutsche Malerei 1960-1988«, Kunstmuseum Düsseldorf, anschließend Schirn Kunsthalle, Frankfurt/M; »Zeitzeichen. Stationen bildender Kunst in
Nordrhein-Westfalen«, Ministerium für Bundesangelegenheiten des Landes NordrheinWestfalen, Bonn, anschließend Museum der bildenden Künste und Galerie der Hochschule für Graphik und Buchkunst, Leipzig, Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg
1990 »Der Deutsche Künstlerbund in Berlin 1990«, Künstlerhaus Bethanien, Berlin
1995 »Deutsche Kunst nach 1945, Sammlung Murken«, Jesuitenkirche, Galerie der Stadt Aschaffenburg; »Auf Papier. Deutsche Kunst des 20. Jahrhunderts aus der Deutschen Bank«, Schirn Kunsthalle, Frankfurt/M, anschließend Berlinische Galerie, Museum für Moderne Kunst, Photographie und Architektur, Berlin, Museum für Bildende Künste, Leipzig; »Impuls Südwest. Kunst der 60er Jahre in Baden-Württemberg«, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
1997 »Von den Dingen. Gegenstände in der zeitgenössischen Kunst«, Städtische Galerie Rähnitzgasse, Dresden

[Konstanze Thümmel, 1997]