Fabien Vitali

Geburtsjahr, Ort
1978, Schweiz
Biografie

Fabien Vitali, geboren 1978 in der Schweiz, ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Italienische Philologie der LMU München. Er studierte an den Universitäten Basel, Genf und Pisa. Seine Promotion hat er 2014 an der Scuola Normale Superiore di Pisa mit einer Arbeit zu teils unveröffentlichtem Material des italienischen Schriftstellers Giuseppe Tomasi di Lampedusa absolviert. Danach arbeitete und forschte er an den Universitäten München, Hamburg und Kiel.

Seine aktuellen Forschungen gelten der Literatur der Frühneuzeit, insbesondere der sogenannten Paradoxographie, die er am Beispiel des venezianischen Vielschreiberzirkels (Ortensio Lando, Nicolò Franco), aber auch französischer Autoren (Rabelais, Montaigne) untersucht. Weitere Schwerpunkte seiner Arbeit liegen in der italienischen Literatur der Moderne. Der Fokus liegt dabei auf dem Werk des Dichters und Regisseurs Pier Paolo Pasolini, den er in verschiedenen Veröffentlichungen kritisch beleuchtet, aber auch übersetzt hat (u. a. »Vom Verschwinden der Glühwürmchen«, Hamburg, Laika, 2015; »Thalassa«, Textem, 2021). Jüngst erschienen ist eine aus dem Englischen und Italienischen übersetzte und ausführlich kommentierte Edition der Gespräche des deutsch-jüdischen Filmjournalisten Gideon Bachmann mit Pasolini aus den Jahren 1963 – 1975 (»Bachmann-Gespräche«, Galerie der abseitigen Künste, Hamburg, 2022). Neben seiner universitären Erfahrung hat Vitali auch als Co-Autor einer szenischen Reflexion – »Allegorien der Macht« – zu Pasolinis Film »Salò« mitgewirkt, die 2015 im Hamburger Stadttheater uraufgeführt wurde. Er ist Mitherausgeber der italienisch-deutschen Online-Review für Literaturwissenschaft »lettere aperte« und Mitglied der Gruppe teorema e.V. zur Förderung politischer Kultur und Dialoge. Zurzeit lebt er in Venedig.