Miron Zownir
ohne Titel
1978
- Künstler:in / Künstlergruppe
- Miron Zownir
- Titel
- ohne Titel
- Jahr
- 1978
- Kategorie
- Fotografie
- Format
- Schwarzweißfotografie
- Material / Technik
- 6 Schwarzweißfotografien in Mappe; Inkjet-Print
- Maße / Dauer
- 0,4 x 41,3 x 29 cm
- Sammlung
- ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe
- Beschreibung
- Auf einer West-Berliner Straße steht ein blondes Pony seinem Dompteur gegenüber. Das Tier überragt ihn, seine Nüstern reichen bis auf Augenhöhe mit dem Gesicht des Mannes; beide begegnen sich vertrauensvoll. Dahinter der gewöhnliche Stadtraum: Nachkriegsbauten, fahrende Autos, ein Doppeldeckerbus, ein paar Passanten. Eine Ponydressur unter freiem Himmel, mitten im Alltag. Die Aufnahme von 1979 gehört zu Miron Zownirs frühen Arbeiten. Nachdem sein Filmstudium gescheitert war, photographierte er in West-Berlin draußen: Brachen, leere Straßen, Hinterhöfe, vereinzelte Menschen. Die Nachkriegsbauten im Hintergrund verorten die Szene in einer Stadt, die noch sichtbar vom Krieg gezeichnet ist. Hier wird Zownir die Straße zur Bühne, auf der sich ein unwahrscheinliches Bild ereignet — Petra Schröck liest sie als »absurdes Welttheater«, einen Blick, der seine spätere Arbeit kennzeichnet. Das Bild eröffnet eine sechsteilige Mappe, die Aufnahmen aus fünf Großstädten und fünf Jahrzehnten versammelt; die West-Berliner Szene steht an ihrem Anfang. Charakteristisch ist schon hier das messerharte Schwarz-Weiß und ein Blick, der genau beobachtet, ohne vorzuführen. Das ungewöhnliche Paar inmitten des vertrauten Straßenbilds gewinnt dadurch eine eigene Spannung: alltäglich und befremdlich zugleich.