Games and Politics
Screenshot von »This War Of Mine«
16.11.2016 – 21.05.2017

Computerspiele transportieren realweltliche Bezüge, Bedeutungen und Ideologien und können demnach politische und soziale Medien sein, im positiven aufklärerischen wie im verführenden, propagandistischen Sinne. Die GLOBALE-Ausstellung »Global Games«, von August 2015 bis April 2016 am ZKM, zeigte die Bandbreite des Computerspiels als politisch und sozial relevantes Medium. Ab November wird die vom Goethe-Institut mit Unterstützung des ZKM entwickelte Ausstellung »Games and Politics« als Tournee-Ausstellung bei den verschiedenen Partnern der Goethe-Institute weltweit zu sehen sein.

Ob Computer-Spiele als Politikum, als Unterhaltungsmedium oder – gar – als Kunst gesehen werden, ist vor allem eines: kontextabhängig. Jedes Spiel verortet sich in einer Gesellschaft und thematisiert sie zugleich. Eine politische Relevanz kann also für sämtliche Computer-Spiele postuliert werden, auch und gerade dann, wenn sie sich jeglicher politischer Handlung zu entziehen scheinen. Denn selbst in diesen Spielen gilt: Die Spielenden erteilen Anordnungen, müssen aber ihrerseits nach den Regeln des Spiels spielen, um überhaupt spielen zu können. Am anderen Ende dieses Spektrums stehen Spiele, die mit Blick auf eine ansonsten schwer zu erreichende Zielgruppe bewusst zu Zwecken politischer Bildung oder für Propagandaziele eingesetzt werden. Wie Computerspiele ihr politisches Potenzial entfalten, untersucht jetzt die Tournee-Ausstellung »Games and Politics«.

Anhand offensichtlich politisch ambitionierter Computerspiele der letzten zwölf Jahren fragt sie nach den Möglichkeiten und Grenzen des Genres, eine Gegenposition innerhalb der Unterhaltungsindustrie zu entwerfen. Diese Gegenposition kann zum einen im Durchspielen der Kontingenz politischen Entscheidens selbst formuliert werden, zum anderen im explizit kritischen Aufzeigen gesellschaftlicher Zu- und Missstände , das alle in der Ausstellung gezeigten Spiele eint. Prekäre Arbeitsverhältnisse werden in ihnen genauso thematisiert wie Genderproblematiken, der Überwachungsstaat, die Folgen kriegerischer Auseinandersetzung, der Umgang mit Geflüchteten oder Revolutionen gegen totalitäre Systeme.

Doch kann das Spiel in der Kunstinstitution Museum überhaupt noch ein politisches sein? Und ist das Computerspiel ein geeignetes Medium, sich mit solch komplexen politischen Themen auseinanderzusetzen? Für all diese Ebenen des Politischen im Spiel möchte »Games and Politics« Beispiele aufführen, die größtenteils in der Ausstellung selbst gespielt werden können. Die Ausstellungskuratoren fragen außerdem Experten der Medien- und Kulturwissenschaften sowie Spielentwicklerinnen nach dem politischen Potenzial von Computerspielen. Deren Antworten werden sowohl in kleine Dokumentationen und einen Eingangsfilm zur Ausstellung als auch in den zur Ausstellung erscheinenden Katalog fließen.

Die Stationen

 

16.11.2016–15.01.2017

Goethe-Institut Mexiko-Stadt, Mexiko
17.02.–03.03. 2017 Goethe-Institut San Francisco, USA 
07.04.–21.05.2017 Goethe-Institut Boston & Cambridge, USA
15.03.–29.03.2017 Goethe-Institut Washington, USA
10.04.–14.04.2017 Goethe-Institut Boston & MIT GameLab, USA
07.04.–08.04.2017 Deutsch-Amerikanische Konferenz in Harvard
20.06.–28.07.2017 Centro Cultural de Sao Paulo, Brasilien
13.09.–21.10.2017 Goethe-Institut Manila
13.09.–21.10.2017

Goethe-Institut Nowosibirsk, Russland

 30.01.–23.02.2018

Goethe-Institut Nancy, Frankreich

20.04.–21.05.2018

Abtei Neumünster, Luxemburg 

 

Kuratoren: Stephan Schwingeler (Kurator ZKM), Jeannette Neustadt-Grusche (Kuratorin Goethe-Institut), Sophie Rau (Co-Kuratorin Goethe-Institut)

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