Albert Ostermaier: Polar
Mi, 07.11.2007, 19:00 Uhr CET
Es gibt Augenblicke, Gesten, die zielen auf Ewigkeit. In ihnen kristallisiert sich Essenzielles. Ihre bevorzugte Bühne ist das Kino. Und zuweilen leben von diesen Stilisierungen ganze Filme. Albert Ostermaiers neuer Gedichtzyklus »Polar« ist inspiriert vom »film policier«, dem französischen Kriminalfilm vor allem der späten fünfziger Jahre bis hin zu den 70ern. So wie dieser aus dem amerikanischen Gangsterfilm der dreißiger und vierziger Jahre hervorging, der seinerseits wiederum ästhetisches Resultat des expressionistischen Stummfilms war, so sind Ostermaiers Gedichte ebenfalls schichtartige Ablagerungen aus wiederholt Gesehenem und Erinnertem: »Die einzige Moral, die uns bleibt, ist die Präzision.«
»Polar« ist eine Art poetische Nachschrift dieser dunklen und illusionslosen Filme, die gleichsam versucht, die jeweiligen Stimmungen und Atmosphären, Augenblicke und Gesten festzuhalten und in die Gegenwart zu verlängern.
Es geht um nasse Straßen in der Nacht, um endloses Warten im Regen, das Rauchen einer Zigarette, es geht um Freundschaft und Verrat, vor allem aber geht es um die Liebe.

Mit Peter Matic, Wolfgang Michael, Nina Kunzendorf, Wolfram Koch

Musik: Hans Platzgumer
Regie: Ulrich Lampen
Produktion: hr 2006
Länge: 57'05

Begleitprogramm