Gerd Conradt: Video Vertov
s/w Fotografie mit roten Streifen. Porträt eines Mannes, der einen Mantel mit Pelzkragen trägt.
Ein Leben zwischen Liebe und Revolution
Di, 29.10.2013, 20:00 Uhr CET
In Zusammenarbeit mit dem ZKM wird Anfang Oktober 2013 die Premiere von Video Vertov in Baden-Württemberg stattfinden. Der Berliner Filmemacher Gerd Conradt (*1941) blickt mit seinem elektronischen Testament zurück auf 50 Jahre Schaffenszeit. In Video Vertov leitet er die unterschiedlichen Lebensabschnitte − von der 68er-Bewegung, seiner Sinnsuche im indischen Ashram bis hin zur Produktion des Films selbst − mit inszenierten Szenen ein, die die Werkzeuge der dokumentarischen Arbeit vorführen: Von Super-8 über 16 mm-Film bis zu Video und HD. Mit seiner Experimentierfreude lehnt er sich an den russischen Dokumentarfilmer Dziga Vertov an.

Gerd Conradt war zeitlebens ein Suchender, am Extremen interessiert, an der Grenzüberschreitung. Sein Privatleben war stark politisch geprägt und fließt in seine Filme mit ein: So hatte er Kontakte zur RAF und ist mit Holger Meins befreundet, über den er u.a. den Film Starbuck − Holger Meins realisierte. Mit seinem Rückblick auf fünf Jahrzehnte deutsche Geschichte meistert Conradt den Weg vom Privaten über die Mediengeschichte zum Universellen; denn video heißt ich sehe.

Die Filmmusik stammt von der Prog-Rockband Agitation Free die in den 1970er-Jahren Berliner Popgeschichte schrieb. Durch diese spezielle Verbindung des Sounds und den Bildern entsteht eine einzigartiges Zusammenspiel: Berliner Zeit- und Popgeschichte wird Berliner Kunst-Gegenwart. Ein Zeitrausch.

Nach der Vorführung findet eine von Prof. Peter Weibel geleitete Diskussionsrunde über die wichtigsten Fragen im Film- und Medienbereich statt.

Weitere Filme von Gerd Conradt: Der Videopionier, Die Spree - Sinfonie eines Flusses.

Buch: Daniela Schulz, Gerd Conradt
Kamera: Hans Rombach (BVK), Gerd Conradt
Schnitt: Astrid Vogelpohl
Online und Sound Editor: Sebastian Schmidt
Musik: AGITATION FREE, Gustl Lütjens, Frederic Rzewski, Ariel Shibolet
Produktion: kinoglas-films, Daniela Schulz
Länge: 90 Minuten