Der Brief an Winston Smith
Ein orangenes Quadrat mit Augen auf blauem Hintergrund. Rechts und links davon kleinere Quadrate
Hörspiel von Ronald Steckel
Do, 06.11.2014, 16:00 Uhr CET
Im Mai des Jahres 2013, einen Monat vor den folgenreichen Veröffentlichungen des Whistleblowers Edward Snowden, schreibt ein Berliner Autor einen Brief in eine imaginäre, albtraumhafte Welt. Der Adressat des Briefes ist der 1945 geborene Winston Smith, der tragische Held aus George Orwells berühmtem Roman »1984« – der Dystopie eines totalitären Staates, in dem die Menschen von einem unbarmherzigen Kontrollsystem überwacht werden. In seinem Brief versucht der Autor darzustellen, wie – und ob – sich die reale Welt der Gegenwart von der Überwachungswelt von 1984 unterscheidet. Wir wissen durch die Veröffentlichungen Edward Snowdens, dass die Geheimdienste der westlichen Industrienationen seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ein gigantisches elektronisches Überwachungssystem installiert haben, das der finsteren Vision Orwells auf erschreckende Weise ähnelt. Welcher »Freiraum« bleibt dem Individuum der Gegenwart, dessen private Lebensumstände, Verhaltensweisen und öffentliche Bewegungen unablässig kontrolliert und aufgezeichnet werden? Wo sind die »Lichtungen«, die dem einzelnen Menschen in der totalitären Welt erlauben, sich der lückenlosen Überwachung durch Geheimdienste und der permanenten Gehirnwäsche durch die elektronischen Medien zu entziehen?
 
Mit: Max Hopp, Ronald Steckel
Regie: Ronald Steckel
Komposition: Ronald Steckel
Produktion: Autorenproduktion nootheater/ RB 2014
Länge: 49‘46‘‘
 
Nach der Jurydiskussion Frageforum mit Ronald Steckel (Autor und Regie) und Holger Rink (Dramaturgie)
 

Begleitprogramm