Nach dem Verschwinden – Ein fiktiver Dialog mit Ilse Aichinger
Ein orangenes Quadrat mit Augen auf blauem Hintergrund. Rechts und links davon kleinere Quadrate
Hörspiel von Christine Nagel
Fr, 07.11.2014, 16:00 Uhr CET
»Ich wollte immer verschwinden«, sagt Ilse Aichinger. Leben, geboren werden, existieren müssen – hätte man sie vor ihrer Geburt nach ihrem Einverständnis gefragt, sie hätte es wohl verweigert. Geboren wurde Ilse Aichinger 1921 in Wien. Hier erlebte sie Kindheit und Jugend, den Anschluss Österreichs, den rettenden Kindertransport nach England für ihre Zwillingsschwester, die Deportation der jüdischen Großmutter. Sie selbst überlebte in Wien und verließ die Stadt nach dem Krieg. 1988 kehrte Ilse Aichinger nach Wien zurück. Hier begann die Autorin des Hörspiels »Knöpfe« nach langem Schweigen wieder zu schreiben. Ihr Schreiben ist minimalistisch. Ein Satz ist oft genug. Sprache als Reduktion auf das Notwendigste. Auch in der Sprache kann man verschwinden.
 
  • Mit: Verena Lercher, Elfriede Irrall, Gabor Biedermann, Sandra Kreisler, Petra Freidrich, Moritz Uh
  • Regie: Christine Nagel
  • Produktion: rbb/ORF 2014
  • Länge: 50‘32‘‘
 
Nach der Jurydiskussion findet ein Frageforum mit Christine Nagel (Autorin und Regie) und Juliane Schmidt (Dramaturgie) statt.
 
 

Begleitprogramm