Das ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe freut sich bekannt zu geben, dass Léa Sisombat für die Erstellung ihrer Masterarbeit mit dem Jürgen-Claus-Stipendium gefördert wird.
Die Entscheidung wurde von einer Fachjury in enger Abstimmung mit der Stifterin des Stipendiums, Nora Claus, getroffen. Die Jury würdigte insbesondere die konzeptionelle Klarheit und Originalität von Sisombats Forschungsvorhaben sowie ihr ausgeprägtes Engagement für die archivbasierte Arbeit und ihr Interesse, Medientheorie, Sound Studies und ökologische Perspektiven miteinander zu verbinden.
In ihrer geplanten Masterarbeit mit dem Titel Toward an Oceanic Creative Experience: Jürgen Claus’s Ecological and Mediatic Exploration of Underwater Art wird Léa Sisombat die wegweisenden Unterwasserprojekte von Claus aus den späten 1960er- und 1970er-Jahren untersuchen, insbesondere das Projekt Planet Ocean. Anstatt den Ozean als bloßes Darstellungsmotiv zu behandeln, rückt die Arbeit ihn als aktives, immersives Umfeld in den Vordergrund, das künstlerische Form, Wahrnehmung und Bedeutung mitbestimmt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der klanglichen Dimension von Claus’ Werk, die bislang kaum systematisch kunsthistorisch untersucht wurde. Das Projekt zeigt auf, wie Jürgen Claus’ Unterwasserarbeiten zentrale gegenwärtige Debatten zu Fragen der Ökologie, der sinnlichen Wahrnehmung und der Rolle von Medien bei der Ausbildung von Umweltbewusstsein vorwegnehmen.
Léa Sisombat ist Masterstudentin im Abschlussjahr des Studiengangs „Global History of Contemporary Art“ an der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne. Ihr akademisches Profil verbindet Kunstgeschichte mit Medientheorie, Sound Studies und intensiver Archivforschung. Forschungserfahrung sammelte sie durch mehrere archivische und kuratorische Praktika, darunter auch einen Forschungsaufenthalt am ZKM.
Jürgen Claus (1935–2023) war seit den 1960er-Jahren eine zentrale Figur der ökologisch orientierten Medienkunst. Internationale Anerkennung erlangte er durch seine Unterwasserkunstprojekte, Solarskulpturen sowie durch theoretische Schriften, in denen er konsequent das Verhältnis von Kunst, Technologie und Ökologie untersuchte. Seit 2021 wird ein wesentlicher Teil seines künstlerischen Nachlasses in der Sammlung und im Archiv des ZKM bewahrt und bildet eine außergewöhnliche Grundlage für die Erforschung seines Werks.
Das ZKM gratuliert Léa Sisombat herzlich und freut sich darauf, das Forschungsprojekt zu begleiten und seine Ergebnisse der Öffentlichkeit am ZKM zu präsentieren.