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»Das Haus atmet immer noch seinen Geist«

Über das Wirken des begeisterungsfähigen Mannes, der den Grundstein für das Selbstverständnis des ZKM legte – Heinrich Klotz.
© ZKM | Zentrum für Kunst und Medien, Foto: ONUK
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Am 20. März hätte der erste Direktor des ZKM, Heinrich Klotz, seinen 80. Geburtstag gefeiert.

IM GESPRÄCH MIT DR. ELISABETH KLOTZ UND PETER WEIBEL

Im Gespräch mit seiner Tochter, Elisabeth Klotz, spüren wir dem Wirken des begeisterungsfähigen Mannes nach, der den Grundstein für das Selbstverständnis der Institution legte. Die Kunsthistorikerin Elisabeth Klotz kehrt regelmäßig an das ZKM zurück: Sie war Kuratorin bei den beiden Ausstellungen »global aCtIVISm« (2013) und »Cross-border« (2013).

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Sie selbst haben die beiden Ausstellungen »global aCtIVISm« und »Cross-border« mit- bzw. kuratiert und sind dem ZKM eng verbunden. Stehen Sie dem ZKM näher als anderen Ausstellungshäusern? 

Elisabeth Klotz: Ja. Es ist für mich eine durchweg positive Erfahrung gewesen mit den Kollegen am ZKM zusammenzuarbeiten. Allein dies ist Grund genug, mich mit dem Haus verbunden zu fühlen. Darüber hinaus stehe ich dem ZKM natürlich aus persönlichen Gründen nahe, da ich mich hier sehr stark an meinen Vater erinnert fühle. Für mich atmet das Haus immer noch seinen Geist. Zum einen sind die Räumlichkeiten des ZKM für mich eng mit ihm verknüpft, sowohl als physischer Ort seiner einstigen Anwesenheit als auch als Gegenstand vieler Gespräche. Zum anderen begegnen mir hier Menschen, die meinen Vater kannten und mich auf ihn ansprechen.

2014 war das Jahr von Heinrich Klotz. Das ZKM feierte sein 25-jähriges Jubiläum und das Deutsche Architekturmuseum sein 30-jähriges Gründungsjubiläum. Wenn Sie die Entwicklung des ZKM seit der Gründung – die ganz wesentlich von Ihrem Vater vorangetrieben wurde – beobachten, hat sich die Institution seitdem verändert? 

Elisabeth Klotz: Das ZKM ist eine sehr lebendige Institution, die in einem stetigen Wandel begriffen sein muss und nicht stagnieren darf. Dieser Aspekt hat sich in den letzten 30 Jahren erhalten und bedeutet zugleich, dass sich Strukturen geändert haben. Aus dem Sammlermuseum ist ein Museum für Neue Kunst geworden. Mit der Ablösung verschiedener Direktoren, wechselnder MitarbeiterInnen, Professoren und Studenten werden neue Schwerpunkte gesetzt. Nicht zuletzt haben sich auch Kunst und Medien in den letzten Jahrzehnten entwickelt. Gerade für das ZKM ist wesentlich, dass die Medienkunst bzw. ein Nebeneinander von traditionellen Kunstformen und neuesten medialen Entwicklungen inzwischen keine Neuheit mehr darstellt. Dennoch gelingt es dem ZKM nach wie vor neue künstlerische und technische Entwicklungen aufzugreifen, darzustellen oder selbst zu entwickeln.

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Im Vorwort der Publikation »Die Klotz-Tapes« schreiben die Verfasser, Heinrich Klotz sei ein »verletzlicher Akteur, der ungeschützt in die Schlachten zog und Blessuren davontrug.« Inwiefern war es seine Risikobereitschaft, die seine Visionen für die Zukunft vorantrieb? 

Elisabeth Klotz: Aus meiner Sicht waren es vor allem seine Begeisterungsfähigkeit und Vorstellungskraft, die ihn angetrieben haben für die Umsetzung seiner Ideen zu kämpfen und seinen Standpunkt zu vertreten. Die Risikobereitschaft, Blessuren davonzutragen gehört auch dazu, wie auch die Risikobereitschaft Verantwortung zu übernehmen. Dies war ihm möglich, da er von der Relevanz seines Vorhabens – in diesem Fall das ZKM – überzeugt war. Dabei erforderte die Umsetzung seiner Visionen großen Einsatz. Natürlich stieß er auch auf Widerstände, die ihn Kraft gekostet haben.

Seine Zeitgenossen sagen, Heinrich Klotz sei der rechte Mann zur rechten Zeit am rechten Ort gewesen. Wie erklären Sie sich, dass Ihr Vater das anfangs auf tönernen Füßen stehende Projekt »ZKM« klar positionieren und die Entscheidungsträger überzeugen konnte?  

Elisabeth Klotz: Ich glaube, die Idee, die neuen Medien mit traditionellen Kunstformen zu verknüpfen, war ausschlaggebend, wie auch die Angliederung der Hochschule. Mein Vater hatte es bereits als Professor für Kunstgeschichte sowie  als Architekturtheoretiker verstanden, historische und aktuelle Kunstströmungen in einen Kontext zu setzten, wie auch Gegenwartskunst und Wissenschaft zu verknüpfen. Er wird immer wieder als großer Macher beschrieben. Dabei wird vergessen, dass er vor allem auch Wissenschaftler war und seine Ideen wissenschaftlich untermauert waren. Zudem war er offen für Menschen, für ihre Fähigkeiten und Interessen und wusste sie zu motivieren. So war es ihm meines Erachtens möglich, die vielen verschiedenen Entscheidungsträger, Sponsoren, Journalisten, Künstler, Wissenschaftler und Techniker als Mitstreiter zu gewinnen. Nicht zuletzt ist es ihm gelungen, eine bemerkenswerte Besetzung ans ZKM zu holen und eine sehr kreative Atmosphäre zu schaffen.

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Dr. Elisabeth Klotz ist Kuratorin, Autorin und Dozentin in Berlin. Im Sommersemester ist sie Gastprofessorin an der Universität Erfurt.

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Peter Weibel über Heinrich Klotz

»Heinrich Klotz war ein visionsgetriebener Mensch. Nach seiner Tätigkeit als Professor der Kunstgeschichte an der renommierten Universität Marburg, wo er zahlreiche prominente Schüler wie Horst Bredekamp von der Humboldt-Universität Berlin und Klaus Schrenk, ehemaliger Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München, hervorbrachte, begann eine furiose Dekade der Gründungen: Deutsches Architekturmuseum in Frankfurt am Main 1984, ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe 1989, Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe 1992. Kein deutscher Intellektueller nach 1945 hat als Historiker, Autor, Lehrer, Theoretiker, Museums- und Hochschulgründer die deutsche Kunst- und Kulturszene so geprägt wie Heinrich Klotz. Seine Theorien zur Revision der architektonischen Moderne, zur Zweiten Moderne und zur Erweiterung des Kunstbegriffs um die Medien sind irreversible theoretische Fundamente, mit denen die Zukunft geschaffen wird.«

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