Elektronischer Streichelzoo
Ist es lebendig – oder tut es nur so?
Bis zum 2. August 2026 zeigt das ZKM mit dem Elektronischen Streichelzoo einen Ort, an dem Kinder im Vorschulalter frühzeitig Erfahrungen im Umgang mit Technologie sammeln können. Zehn Robotermeerschweinchen, die auf Berührung und Ansprache reagieren, werden den Kindern für eine begrenzte Zeit anvertraut. Sie ermöglichen eine kindgerechte Auseinandersetzung mit einer Frage, die in Zukunft immer wichtiger wird: Ist es lebendig – oder tut es nur so?
Öffentlich zugänglicher Streichelzoo
Der Roboterstreichelzoo ist vom 30.11.2025 bis zum 02.08.2026 öffentlich und kostenlos zugänglich.
Hier können Kinder in Begleitung ihrer Erziehungsberechtigten – aber auch interessierte Erwachsene – Erfahrungen mit Robotern sammeln. Wie gehen wir mit Gegenständen um, die Lebewesen simulieren, und was macht das mit uns, werden wir die Fähigkeit verlieren, mit anderen Organismen zu interagieren?
Öffnungszeiten des öffentlich zugänglichen Teils:
- Mittwoch, Donnerstag, Freitag: 14–18 Uhr
- Samstag, Sonntag: 11–18 Uhr
für jeweils eine halbe Stunde
Nur für Kindergartengruppen im Rahmen des KIT-Forschungsprojekts:
- vormittags für jeweils anderthalb Stunden
Menschen & Maschinen
Interaktive Technologie ist längst fester Bestandteil unseres Alltags. Ob Sprachassistent im Smart Home, sprechende Puppe oder schlaue Sensorik: Wir sind umgeben von Gegenständen, die lebendig wirken. Large Language Models wie ChatGPT, die vorgeben, ein menschliches Gegenüber zu sein, sind hierbei nur die neueste Ausprägung anthropomorpher Maschinen. Da das 21. Jahrhundert immer stärker von Künstlicher Intelligenz geprägt sein wird, ist die Fähigkeit, zu unterscheiden, ob etwas lebendig ist oder nur so tut, grundlegend: „Je mehr die Maschinen soziale Kontakte ersetzen, desto problematischer werden sie für uns Menschen”, sagt Tina Lorenz, Leitung des ZKM | Hertzlabs, das den Elektronischen Streichelzoo initiierte. Das Projekt möchte daher dazu beitragen, Kinder und Erwachsene für diese wichtige Unterscheidung zu sensibilisieren. „Die Robotermeerschweinchen sind aus unserer Sicht sehr gut dafür geeignet, Kinder an einen kompetenten Umgang mit lebendig wirkenden Gegenständen heranzuführen. Sie können die komplexe Funktionsweise von KI für eine sehr junge Zielgruppe veranschaulichen, ohne dabei notwendigerweise selbst mit KI zu funktionieren”, erklärt Lorenz.
Forschungszusammenarbeit mit dem KIT
Der Elektronische Streichelzoo ist ein Projekt des ZKM | Hertzlab, das künstlerische Forschung und Entwicklung an der Schnittstelle von Kunst, Politik und Technologie betreibt. Parallel zur öffentlichen Nutzung wird der Elektronische Streichelzoo außerdem von einem Forschungsprojekt des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) begleitet: Zusammen mit Prof. Dr. Kathrin Gerling, Professorin für Mensch-Maschine-Interaktion und Barrierefreiheit am Institut für Anthropomatik und Robotik (IAR) in der Fakultät Informatik wollen wir der Frage nachgehen, ob und wie Kinder im Kindergartenalter den Unterschied zwischen lebendigen Tieren und künstlich belebten Objekten erkennen und erlernen können.
Für diese Untersuchungen sind Vormittagszeiten für Kindergartengruppen nach Anmeldung vorgesehen. Die begleiteten Besuche ermöglichen es, systematisch Einblicke in frühkindliche Mensch-Maschine-Interaktionen zu gewinnen. Anmeldungen für Kindergartengruppen laufen direkt über das KIT. Schreiben Sie an: jan.rixen@kit.edu
Zielsetzung
Der Elektronische Streichelzoo versteht sich als Beitrag zu einer kulturellen Infrastruktur, die Kindern unabhängig von Herkunft oder Sprachkompetenz Teilhabe am immer komplexer werdenden technologischen Fortschritt ermöglicht. Im Zusammenspiel von künstlerischer Praxis und wissenschaftlicher Forschung entstehen Erfahrungsräume, die soziale Kompetenzen fördern und zugleich frühe Zugänge zu technologischen, ethischen und sozialen Fragestellungen eröffnen.
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