Armin Medosch

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Armin Medosch (1962, Graz – 2017, Wien) war Künstler, Medientheoretiker, Kurator, Journalist sowie einer der Pioniere der Netzkultur und Netzpolitik. Er setzte sich für die Demokratisierung von Technologie und die Freiheit des Internets von staatlicher und ökonomischer Dominanz ein. Dabei betonte er stets das Potenzial des Internets, lokale und globale Gemeinschaften zu bilden.

Von 1982 bis 1985 studierte er an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz und parallel dazu an der Karl-Franzens-Universität Philosophie und Deutsche Literatur. In den späten 1980er-Jahren begann er als Medienkünstler zu arbeiten. Er experimentierte mit dem Medium Radio und wurde Mitbegründer des »Radio-Subcom – Das etwas andere Radio«. 

Von 1992 bis 1994 war er Mitinitiator des »Kunst-Raum-Schiffs Stubnitz« – ein schwimmendes Medienlabor und Ausstellungszentrum mit Satellitenverbindung für Fernsehen und Internet. In den Häfen von Rostock, Petersburg, Malmö und Hamburg fanden Konferenzen, Ausstellungen, Workshops und Konzerte statt. Mit diesem Projekt verband sich die Vision, kulturelle Begegnungen und Netzwerke in Europa jenseits nationaler Grenzen zu ermöglichen.

Aus dem Projekt »Telepolis«, einer Ausstellung zur »interaktiven« Stadt in Luxemburg, der Kulturstadt Europas 1995, entstand – in Kooperation mit Florian Rötzer – das gleichnamige Online-Magazin. Es war eines der ersten, wenn nicht das erste reine Online-Medium eines großen deutschen Verlages und prägte maßgeblich den Diskurs zur europäischen Netzkultur.

2005 schloss Medosch seinen Master of Arts an der University of Sussex ab, 2012 promovierte er am Goldsmiths, University of London. Im Jahre 2016 erschien sein Buch »New Tendencies: Art at the Threshold of the Information Revolution (1961–1978)« bei The MIT Press.

Medosch kuratierte zahlreiche Ausstellungen, organisierte Symposien und hatte verschiedene Lehraufträge inne, etwa am Ravensbourne College in London, am Goldsmiths, der University of London oder an der Universität Singidunum in Belgrad.

Seit 2018 befindet sich sein persönlicher Nachlass im ZKM | Karlsruhe. Er umfasst ca. 765 Video- und Audiobänder sowie etwa hundert Ordner mit Büchern, Zeitschriften, Drucksachen wie Einladungskarten, Postern, Fotos, Dokumenten, Korrespondenzen, Typoskripten und Unterlagen zu seinen Projekten.

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