Olaf Metzel

Geburtsjahr, Ort
1952, Berlin, Deutschland
Rolle am ZKM
Künstler/in der Sammlung
Biografie
Olaf Metzel wurde 1952 in Berlin geboren. Von 1971 bis 1977 studierte er an der Freien Universität Berlin und an der Hochschule der Künste in Berlin. Er erhielt mehrere Stipendien, beispielsweise vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und vom Kunstfonds Bonn, sowie zahlreiche Preise wie 1987 den Villa Massimo Preis in Rom, 1994 den Arnold Bode Preis in Kassel und 1996 den Kunstpreis der Stadt Darmstadt Metzel kommt seit 1986 zahlreichen Lehraufträgen nach. Seit 1990 lehrt er als Professor an der Akademie der Bildenden Künste München, wo er seit 1995 Rektor ist. Er lebt in München.   Raumbezogene Arbeiten spielen im Werk von Olaf Metzel eine große Rolle. In Abrissobjekte setzt er großformatige Betonskulpturen ein und bearbeitet sie mit Trennscheibe, Stemm- und Sprengeisen. Manche dieser Eingriffe werden mit einer auf die Trennscheibe montierten Videokamera dokumentiert. Für seine Großskulpturen und raumgreifenden Installationen im Innen- und Außenraum greift Metzel auf Objekte wie Abfalleimer, Absperrungen, Tarnnetze oder Bestuhlungen von Sportstadien zurück, die zu oft turmartigen Skulpturen kombiniert werden und in ihrer Denkmälern ähnelnden Erscheinung den überkommenen Denkmalbegriff in Frage stellen. In den von ihm geschaffenen Betonskulpturen verfremdet er Motive wie Eichenlaub und Wurfeisen, indem er sie vergrößert, verkleinert, zergliedert und vervielfältigt. Sein graphisches Werk, in dem sowohl konkrete als auch abstrakte Motive auftauchen, umfasst Zeichnungen aus Bleistift, Aquarell, Tusche, Öl- und Acrylfarbe auf unterschiedlichen Trägern wie Millimeter- und Transparentpapier sowie Collagen aus Materialien wie Fotografien, die anschließend zeichnerisch bearbeitet werden. Die heftigen Reaktionen, die viele seiner Arbeiten in der Öffentlichkeit auslösen, werden auch durch die mit einem großen Provokationspotential behafteten Themen ausgelöst, die hauptsächlich aus dem aktuellen politischen Geschehen und dessen Auswirkungen auf das Leben des Einzelnen stammen wie Ausländerfeindlichkeit, Hausbesetzungen, Terrorismus, staatliche Gewalt und die Auswirkungen der vermehrten Entwicklung von elektronischen und chemischen Technologien sowie die Manipulation durch die Medien. Leitmotiv ist die Gewalt und die damit einhergehende Zerstörung, die bei Metzel in der Doppelfunktion von Motiv und Methode erscheint. Durch die mit der Vernichtung der bearbeiteten Abrissobjekte einhergehende Zerstörung auch der Arbeiten von Metzel selbst stellt er zugleich die allgemeingültige Taxierung der künstlerischen Arbeit als Verkaufsobjekt mit bleibendem Wert in Frage.   Einzelausstellungen (Auswahl)   1981 Skulptur Böckhstr. 7, 3. OG, Berlin 1982 Kunstraum München 1984 daadgalerie, Berlin 1985 »Flaschen und Nummern«, Galerie Fahnemann, Berlin 1989 Galerie Rudolf Zwirner, Köln 1990 Produzentengalerie Hamburg; »Zeichnungen 1985-1990«, Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster, anschließend Kunstraum München, Institut für moderne Kunst, Nürnberg 1992 Kunstverein Braunschweig (mit Ulrich Görlich); Hamburger Kunsthalle, Hamburg; Staatliche Kunsthalle Baden-Baden 1994 Galerie Daniel Fusban, München; Produzentengalerie Hamburg; Kasseler Kunstverein, Kassel 1995 daadgalerie, Berlin; Kunstverein Ludwigsburg 1996 Goethe-Institut, London; Galerie Reckermann, Köln; Brandenburgische Kunstsammlungen, Cottbus; Ackerstr. 18, Berlin; Kunstbau, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München; Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg   Gruppenausstellungen (Auswahl)   1981 »Bildhauertechniken«, Kunsthalle Berlin; »Situation Berlin«, Galerie d'Art Contemporain des Musées de Nice, Nizza, anschließend Kunsthalle Wilhelmshaven 1982 »Känsla och Hardhet«, Kulturhuset Stockholm 1983 »Künstler-Räume«, Kunstverein in Hamburg, Montevideo Diagonale, Antwerpen 1984 The Biennale of Sydney, The Art Gallery of New South Wales, Sydney; »Von hier aus«, Messegelände, Düsseldorf 1985 »Kunst in der Bundesrepublik Deutschland«, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Neue Nationalgalerie, Berlin 1986 Jenisch-Park Skulptur, Hamburg 1987 »Skulpturenboulevard Kurfürstendamm Tauentzien«, Berlin; »1961 Berlinart 1987«, The Museum of Modern Art, New York; documenta VIII, Kassel; »Skulptur. Projekte in Münster 1987«, Münster 1988 »Zeichnungen der Moderne«, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Kupferstichkabinett, Berlin; »In Between and Beyond: From Germany«, The Power Plant, Toronto 1989 »Blickpunkte«, Musée d'Art Moderne de Montréal 1990 The Biennale of Sydney, The Art Gallery of New South Wales, Sydney 1991 »Metropolis«, Martin-Gropius-Bau, Berlin; »Das Goldene Zeitalter«, Württembergischer Kunstverein, Stuttgart 1992 »Sammlung Block«, Statens Museum for Kunst, Kopenhagen 1993 »Strange Hotel«, Aarhus Kunstmuseum, Aarhus 1994 »da-zwischen. Zeitgenössische Kunst in Deutschland«, Centre Albert Borschette, Brüssel, anschließend Kunstsammlung Gera, Haus am Waldsee, Berlin; »Das Jahrhundert des Multiple«, Deichtorhallen Hamburg; »The Day After Tomorrow«, Centro Cultural de Bélem, Lissabon; »Burnt whole«, Washington Project for the Arts, The Institute of Contemporary Art, Boston 1995 »Auf Papier. Kunst des 20. Jahrhunderts aus der Deutschen Bank«, Schirn Kunsthalle, Franfurt/M, anschließend Berlinische Galerie, Berlin, Martin-Gropius-Bau, Berlin, Museum der bildenden Künste, Leipzig; »Westchor Ostportal«, Galerie im Marstall, Berlin, anschließend Kunsthalle Dresden, Rheinisches Landesmuseum, Bonn; »New Orient/ation«, 4. International Istanbul Biennal, Istanbul 1996 »Quo vadis«, Museum Fridercianum, Kassel; »Face à l'Histoire«, Musée National d'Art Moderne, Centre Georges Pompidou, Paris; »Museum Vitale«, Museum Schloss Morsbroich, Leverkusen 1997 Hamburger Kunsthalle, Galerie der Gegenwart, Hamburg; »Skulptur. Projekte in Münster 1997«, Münster; »Deutschlandbilder«, Martin-Gropius-Bau, Berlin [Konstanze Thümmel, 1997]