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SCHLOSSLICHTSPIELE 2026

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© Los Romeras, Foto: KME/Jürgen Rösner

Pressemitteilung

Schmelzende Architekturen, fließender Raum und die Stadt als Körper
Die SCHLOSSLICHTSPIELE Karlsruhe 2026 widmen sich der Baukunst und dem urbanen Raum

Im Weinbrenner-Jahr 2026, dem 200. Todesjahr des Karlsruher Stadtbaumeisters und Architekten des Klassizismus Friedrich Weinbrenner, stehen die Themen Architektur und Stadtraum im Mittelpunkt der SCHLOSSLICHTSPIELE Karlsruhe: Unter dem Motto „Lightyard Stories: Visionen urbaner Lebensräume“ werden die herausragende Architektur der UNESCO City of Media Art Karlsruhe sowie das Leben und die Kultur, die sie hervorbringt, gefeiert. Die künstlerischen Beiträge inszenieren die Stadt nicht als fertigen Ort, sondern als Entstehungsprozess und machen sichtbar, wie Menschen ihre Umgebung formen und sich von ihr formen lassen. Seit 2015 haben die SCHLOSSLICHTSPIELE Karlsruhe fast drei Millionen Besucher:innen vor dem Karlsruher Schloss begeistert und werden auch 2026 wieder als künstlerisches Sommer-Highlight Baden-Württembergs weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus strahlen.

„Architektur ist nicht nur die Konstruktion von Gebäuden, sondern auch die Räume dazwischen: die Straßen, Gassen, Plätze, Parks und Lichthöfe“, sagt Alistair Hudson, wissenschaftlich-künstlerischer Vorstand des ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe und Mitglied des Kuratoriums der SCHLOSSLICHTSPIELE Karlsruhe. „Das sind die Räume, in denen wir uns versammeln und unseren Mitbürger:innen begegnen, wo wir mit Bekannten und Unbekannten in Kontakt kommen und wo sich verschiedene Kulturen und Lebensweisen vermischen. Das ist die Essenz einer blühenden Stadt. In diesem Sinne versammeln wir uns vor dem Schloss und den Visionen dieser Künstler:innen, um die Freude am urbanen Leben zu feiern“, so Hudson weiter.

Eröffnet werden die SCHLOSSLICHTSPIELE mit den Arbeiten der Gewinner:innen des BBBank Awards im Projection Mapping, der bereits zum sechsten Mal ausgeschrieben wurde. Aus insgesamt 118 Konzepten, die von Künstler:innen aus der ganzen Welt eingereicht wurden, entschied sich die Jury des BBBank Awards für drei Werke aus der Tschechischen Republik, Singapur und Indien, die nun mithilfe der Preisgelder bis zum Sommer realisiert werden. „Alle drei Gewinnerarbeiten des BBBank Awards 2026 befassen sich mit städtischer Um- und Neuordnung, dem Wandel des gebauten Raums und der Stadt als Prozess”, so die Jury. Gewonnen haben Henry Hu (Singapur) mit „MIRΔGE“, Studio Moebius X Three Oscillators (Indien) mit „RE:STRUCT“ und Metanoia Creatives (Tschechische Republik) mit „Metabolism“.

„Die enorme Beteiligung von 118 Einreichungen beim BBBank Award hat mich tief beeindruckt“, sagt Oliver Lüsch, Vorsitzender des Vorstands der BBBank eG. „Die prämierten Beiträge aus Tschechien, Singapur und Indien zeigen beispielhaft, welch außergewöhnliches künstlerisches Niveau im Projection Mapping erreicht wird. Ich freue mich sehr darauf, diese stimmungsvollen Arbeiten im Sommer 2026 bei den SCHLOSSLICHTSPIELEN Karlsruhe erleben zu dürfen“, so Lüsch weiter.

Der in Singapur arbeitende chinesische Künstler und Designer Henry Hu nahm 2025 an der ZKM Summer School teil und sammelte hier erste Erfahrungen mit den SCHLOSSLICHTSPIELEN Karlsruhe. Sein Konzept „MIRΔGE“ verwandelt das Karlsruher Schloss in eine lebende Illusion: Architektur schmilzt und gestaltet sich neu, wobei sie bislang ungesehene Schichten aus Erinnerung, Bewegung und neuen Möglichkeiten freigibt. „Die Fassade zerbricht in unzählige Fragmente, eine Metapher für Zerrüttung, Wandel und die unendlichen Mikrogemeinschaften innerhalb des städtischen Lebens”, schreibt die Jury in ihrem Statement. Und weiter: „Aus diesem Chaos entsteht eine neue Struktur: eine Neugestaltung des städtischen Raums, wiederaufgebaut mit neuen Rahmenbedingungen für Neuanfänge.“

Die aus Indien kommenden Preisträger Studio Moebius X Three Oscillatorsverstehen das Schloss als Verkörperung von Geschichte, Beständigkeit und Erinnerung: Der Künstler, Animator und Visual Designer Nikunj Patel und der Künstler und Musikproduzent Brij Dalvi aus Mumbai befassen sich in ihrem Werk „RE:STRUCT“ mit dem permanenten Fluss und Wandel, in dem sich Städte befinden. „RE:STRUCT“ spiegelt diesen urbanen Kreislauf mit dynamischen Bewegungen, anorganischen Texturen und auffälligen Farben an der Schlossfassade wider. Das Audiodesign unterstreicht diese Transformation mit vor Ort aufgenommenen und synthetisierten Klängen.

Das Kollektiv Metanoia Creatives – die interdisziplinären tschechischen Künstler:innen Jakub Nosek und Julie Tampierová – hat bereits eine Vielzahl gemeinsamer Projekte für internationale Lichtkunstfestivals produziert. Ihr Konzept für die SCHLOSSLICHTSPIELE Karlsruhe 2026 trägt den Titel „Metabolism“ und will Licht, Struktur und Bewegung im Zusammenhang mit urbanen Gesellschaften untersuchen. Dazu werden Prinzipien lebender Organismen analog zu städtischen Strukturen gesetzt. Indem die Stadt als Körper und ihre Gebäude als Organe behandelt werden, lassen sich Städte als lebendige Systeme lesen, die von ihren Bewohner:innen geformt werden.

Die drei prämierten Konzepte, die mit ihren unterschiedlichen Bildwelten die Vielfalt des Projection Mappings veranschaulichen, erhalten den BBBank Award sowie je 15.000 Euro Preisgeld, um ihre Ideen in Shows für die SCHLOSSLICHTSPIELE Karlsruhe 2026 umzusetzen. Die Werke werden vom 13. August bis zum 13. September 2026 allabendlich auf der Fassade des Karlsruher Schlosses zu sehen sein. Bei der Premiere am 13. August haben die Besucher:innen die Möglichkeit, über den BBBank Public Award abzustimmen. Der Preisträger des Public Awards erhält ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro.

www.schlosslichtspiele.info

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